sturmflut-bilanz : Schwere Schäden an Amrums Küste

Die Düne unter Panschos Strandburg ist weg: Der nächste Sturm könnte das Schiff des Nebeler Künstlers davontragen.
Foto:
1 von 2
Die Düne unter Panschos Strandburg ist weg: Der nächste Sturm könnte das Schiff des Nebeler Künstlers davontragen.

Besonders betroffen sind die Randdünen der Odde. Auf Föhr machten sich die jüngsten Sandumlagerungen in Utersum bezahlt.

shz.de von
30. Januar 2015, 14:00 Uhr

Die jüngsten Sturmfluten haben ihre Spuren hinterlassen und die Fachleute des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) haben die Westküste Amrums und die Südküste Föhrs in Augenschein genommen, um die Folgen einzuschätzen.

Bei der Ermittlung der Schäden wird zwischen Vordünen und Randdünen unterschieden. Vordünen bestehen zum großen Teil aus den Sanddepots, die in den vergangenen Jahren aufgespült oder aufgeweht wurden. Ihr Verlust bedeutet keinen unmittelbaren Substanzverlust für die Inseln.

„Die Sturmfluten der vergangenen Wochen haben an Amrums westlicher Nordspitze deutliche Spuren hinterlassen“, erklärt Frank Barten, Geschäftsbereichsleiter Küstenschutz im LKN. Demnach gab es auf 650 Metern Länge mittlere bis schwere Schäden an den Randdünen der Amrum-Odde. In anderen Küstenabschnitten Amrums und auf Föhr waren die Schäden gering oder betrafen Sanddepots, die vom LKN in den vergangenen Jahren angelegt worden waren. So hat sich das 2014 angelegte Depot vor dem Schullandheim Ban Horn bewährt, die Randdünenabbrüche erfolgten nur südlich davon. Der in den vergangenen vier Jahren über 300 Meter nordwärts gewanderte Kniepsand liegt jetzt rund 500 Meter südlich von Ban Horn. „Behält er seine Dynamik, wird sich die Wellenenergie dort in einigen Jahren deutlich verringern und die Situation weiter entspannen“, so Barten.

An der Amrumer Odde gab es zusätzlich zu den Randdünenabbrüchen auf drei Kilometern Länge leichte und mittlere Abbrüche der Vordünen. Auch in Wittdün gab es leichte Vordünenverluste bei Köhns Übergang. Dort streckt sich der Kniepsand erkennbar weiter nach Osten vor und es bilden sich umfangreiche Primärdünen. Am südöstlichen Teil des Steenodder Kliffs traten leichte Abbrüche auf, so dass der Wanderweg teilweise nicht passierbar ist. Diese Abbrüche werden jedoch auch durch abfließendes Regenwasser verursacht, das Erosionsrinnen ausspült.

Auf Föhr wurden Vordünenabbrüche von 1,8 Kilometer Länge bei Utersum registriert. Hier hatte Bürgermeister Joachim Lorenzen mit Spannung die Auswirkungen der im Herbst 2014 erfolgten Sandumlagerungen beobachtet. Der zur Sicherung der Inselsubstanz vor dem Parkplatz Sölerkaalkamp auf 300 Meter Länge aufgeschüttete Sand habe einen weiteren Inselrückgang verhindert, so die Fachleute vom LKN. Das Depot hat sich an der seeseitigen Böschung leicht umgelagert, ist jedoch in seiner Substanz vorhanden. In Goting, Nieblum und Wyk gab es keine Rand- oder Vordünenschäden. Der Umfang der in diesem Jahr auf Amrum und Föhr erforderlichen Küstenschutzarbeiten wird nach der regulären Strandbereisung im Frühjahr festgelegt.

Der maximale Wasserstand bei Tief „Felix“ lag in Wittdün bei 2,29 Meter über dem mittleren Tidehochwasser, in Wyk bei 2,39 Meter. Seit 1900 gab es am Pegel List auf Sylt 23 höhere Wasserstände; Sturmfluten dieser Art traten im Mittel also alle fünf Jahre auf.

Die Ergebnisse der Begutachtung durch das LKN sind weitgehend ausgewertet und wurden kartenmäßig dargestellt. Sie können auf den Internetseiten der Fachpläne Küstenschutz eingesehen werden. (http://www.schleswig-holstein.de/KuestenSchutz/DE/KuestenSchutz_node.html).

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen