professionelle arbeit : Schüler präsentieren Buchprojekt

Die Schüler lasen Textpassagen mit verteilten Rollen.
Die Schüler lasen Textpassagen mit verteilten Rollen.

In der Alkersumer Ferring-Stiftung stellten die Jugendlichen ihre Übersetzung des deutschen Hörspiels „Das Schiff Esperanza“ ins Friesische vor.

shz.de von
19. Juni 2014, 08:00 Uhr

„Det Skap Esperanza“ sei das zehnte Buchprojekt in Folge, das in Kooperation von Ferring-Stiftung und gymnasialer Oberstufe entstanden ist, konstatierte Professor Volkert Faltings, Vorsitzender der Stiftung und Projektleiter des Friesischkurses der Oberstufe der Eilun-Feer-Skuul. Besonders stolz sei er auch, dass die Druckkosten allein aus Spenden gedeckt werden konnten; die Husum Druck- und Verlagsgesellschaft nehme inzwischen aufgrund jahrzehntelanger Zusammenarbeit die Position der „Haus- und Hofdruckerei“ ein.

In den Räumen der Alkersumer Ferring-Stiftung präsentierten 18 Schüler mit der Übersetzung des wohl bekanntesten deutschen Hörspiels „Das Schiff Esperanza“ von Fred von Hoerschelmann (1901-1976) das neueste friesische Buchprojekt. Nicht ohne Stolz bescheinigte Faltings seinen Schülern „ein rundum professionelles Werk hingelegt zu haben“ und mutmaßte, dass es dem einen oder anderen sicherlich noch von Nutzen sein werde, zu wissen, wie man ein Buch mache.

„Mit euch ist auch die Schule stolz“, versicherte Oberstufenleiter Hark Steinert und ermunterte die Schüler mit den Worten „Snaake’m ei bluat fering, teenk’m uk fering“ (sprecht nicht nur friesisch, denkt auch friesisch), das richtige Quantum an Selbstbewusstsein mit dem Projekt zu zeigen. Das konnte auch Ilse Johanna Christiansen als Vorsitzende des Friesenrats nur unterstreichen, die eigens zur Präsentation auf die Insel gekommen war.

Nele Roeloffs als Projektteilnehmerin umriss die einzelnen Schritte von der Übersetzung bis zur Entstehung des fertigen Buches und erklärte den aufmerksamen Zuhörern, dass es nicht immer einfach gewesen sei, eine von Substantiven geprägte Sprache wie das Deutsche in eine „Verben-Sprache“ wie das Friesische zu übersetzen. Manchmal seien Umschreibungen einzelner Passagen unvermeidlich gewesen, damit der Stil nicht leide.

Fred von Hoerschelmanns Hörspiel, so Schülerin Laura Timm, sei inzwischen in mehr als 20 Sprachen übersetzt worden. Die tragische Geschichte über die Hoffnung, so die Übersetzung des Wortes „Esperanza“, entstand 1953 und galt als „Straßenfeger“, da sich die Bevölkerung während der Ausstrahlung durch den Nordwestdeutschen Rundfunk zu Hause rund um ihre Radio versammelt hatte. Bis heute zähle das Werk des estnisch-deutschen Literaten zu den am häufigsten gelesenen Hörspielen in deutschen Schulen.

Einen kleinen Eindruck vom Buch vermittelten Inken Burkat, Lars Ketelsen, Femke Lorenzen und Lenz Roeloffs, die eine Textpassage mit verteilten Rollen lasen.

Eine richtig professionelle Aufnahme im Tonstudio, so Faltings, sei für den Herbst geplant. Mit der Hilfe eines Regisseurs vom Hamburger „Ohnsorg-Theater“ solle eine CD entstehen, eine Ausstrahlung über den Friisk Funk sei selbstverständlich inbegriffen.

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