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Insel-Bote

13. Dezember 2017 | 10:55 Uhr

Schriller Fummel und viel Gelächter

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Das Theater zwischen Ebbe und Flut brachte noch einmal den Klassiker „Ein Käfig voller Narren“ auf die Bühne und begeisterte das Publikum

shz.de von
erstellt am 22.Aug.2013 | 10:35 Uhr

Ein Déjà-vu hatten hatten langjährige Fans des Föhrer Theaters zwischen Ebbe und Flut, als sie die Premiere der schrillen Komödie „Ein Käfig voller Narren“ besuchen wollten: Wie bereits vor 20 Jahren wartete auch diesmal eine lange Schlange vor den Toren des „Erdbeerparadieses“ auf den Einlass – und dieses Warten wurde dann von den Akteuren wahrlich belohnt.

„Du liebst mich nicht.“ Stürmisch ging es los im Travestie-Club „Ein Käfig voller Narren“ des Club-Besitzers Renato (Rolf Ganzel). Albin (Horst Hückstädt), als Sa-Sa Napoli kapriziöse Tunte und Renatos Lebensgefährte, weigert sich hysterisch und Schuhe werfend, die Bühne zu betreten. Allabendliche hektische Liebesbeteuerungen von Seiten Renatos und sanfte Überredungskünste von Jakob (Maria Ketelsen) sind notwendig, um den Star zum Auftritt zu bewegen. Im schrillen Fummel schritt Sa-Sa Napoli durch den Saal des „Erdbeerparadieses“, um die Premierengäste auf seine ganz eigenen Weise zu begrüßen und dabei immer wieder wahre Lachsalven zu ernten.

Währenddessen trifft Laurent (Vincent Ellmers, der an diesem Abend sein Theaterdebüt hatte), das Ergebnis eines Fehltritts Renatos zur „anderen Seite“, ein, um seinem Vater zu eröffnen, dass er Nicole (Emilia Ganzel), ausgerechnet die Tochter des Vize-Ministers für Ordnung und Moral (Wolfgang Puce), heiraten will. Er und seine Frau (Bärbel Hägermann) haben ihren Besuch angesagt, um das Ereignis zu besprechen.

Widerwillig stellt sich Renato auf diesen Besuch ein und muss die Probleme lösen, eine schrille Wohnung in einen der gängigen Moral entsprechenden Raum zu verwandeln und eine heile Familie zu präsentieren. Weit schlimmer noch: Wie kann Albin aus dem Geschehen herausgehalten werden?

Das geht gar nicht, und so erlebt das Publikum einen Zwerchfell erschütternden Versuch, Albin, der als Onkel auftauchen soll, den männlichen Umgang mit Teetasse und Zwieback beizubringen. Der Ablauf dieses atemberaubenden Besuchs, bei dem die brave Gattin ihre aufmüpfige Seite entdeckt, soll hier nicht weiter geschildert werden, um Besuchern der weiteren Vorstellungen nicht die Vorfreude zu nehmen.

Immer wieder hat Horst Hückstädt die Gelegenheit, als Sa-Sa Napoli in immer schrilleren Kostümen zur Höchstform aufzulaufen, und dabei der hingebungsvoll Kaugummi kauenden und Blasen produzierenden Musikantin Birke Buchhorn-Licht fast an die Kehle zu gehen: „Ich will hier keine Blasen geblasen haben“. „Ich hatte mir schon überlegt, wo die Schauspieler diese Schlampe aufgetrieben haben“, meinte eine Besucherin der Aufführung, die Birke Buchhorn-Licht in ihrer Verkleidung zunächst nicht erkannt hatte.

Die Premiere endete in einem nicht enden wollenden Applaus, bis Jacob („Wir haben jetzt wirklich fertig.“) den Vorhang zuzog. Nicht nur das Publikum war begeistert, auch die Akteure selbst freuten sich über die gelungene Aufführung: „Wir haben es geschafft, dass selbst kleine Missgeschicke nicht bemerkt wurden“, so Rolf Ganzels abschließender Kommentar. Das Missgeschick einer Besucherin war aber nicht zu verstecken: Mitten in der Vorführung krachte unter ihr ein Regiestuhl zusammen – ein außerplanmäßiger Anlass zur Heiterkeit.

Theaterlustige sollten sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, eine der weiteren Aufführungen des „Käfigs voller Narren“ zu besuchen. Stattfinden werden diese vom Donnerstag, 22., bis Sonnabend, 24. August, jeweils ab 19.30 Uhr. Eintrittskarten sind ausschließlich im Boldixumer „Erdbeerparadies“ erhältlich, wo unter ✆ 04681/748475 auch Vorbestellungen entgegengenommen werden.

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