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Fabeln und Geschichten : Schreiben – weil es einfach Spaß macht

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Jeden Dienstag im Nieblumer Pastorat: Föhrer Grundschulkinder arbeiten gemeinsam an einem Buch.

Der italienische Schriftsteller Gianni Rodari, der es als Autor von Kinderbüchern zu Weltruhm brachte, sagte einmal: „Es ist wichtig, alle Gebrauchsmöglichkeiten des Wortes allen zugänglich zu machen. Nicht, damit alle Künstler werden, sondern damit niemand Sklave wird“.

Nun brauchen sich die Mitglieder der Schreibwerkstatt Föhr-Land sicherlich nicht um die Qualität ihrer Zukunft sorgen, aber Rodari meint damit, dass Sprache die Grundlage eines selbstverantwortlichen Lebens ist. Je besser man sie beherrscht, desto besser sei die Position im Sozialgefüge.

Wenn dem so ist, haben Gesche, Fine, Jes, Can, Mayla, Noah, Naemi, Jonna, Geeske und Philine, die sich jeden Dienstag zwei Stunden im Nieblumer Pastorat zum Schreiben treffen, nichts zu befürchten, denn ihr gemeinsames Hobby ist das Wort, die geschriebene Sprache – am besten die eigene. Und so erfinden die Grundschüler Märchen, Fabeln und Geschichten; mal lang, mal kurz und in unterschiedlichen Erzählperspektiven.

„Wichtig ist, dass alles ohne Zwang entsteht“, meint Leiterin Gundula Natella, die bereits seit neun Jahren diesen Kurs des Fördervereins der Grundschule Föhr-Land betreut. „Es gibt bei uns keine Korrekturen und weder Rechtschreibung noch Grammatik werden verbessert, außer der Schüler möchte dies explizit. Schreiben wie Vorlesen erfolgen auf freiwilliger Basis“, betonte die Sozialpädagogin, die den Stellenwert des außerschulischen Miteinanders hervorhob.

Und die Texte der Kinder können sich sehen und hören lassen: Fine führt in ihrem Text „Die Mondscheinprinzessin“ in eine Märchenwelt, in der sich die Protagonistin auf der Suche nach einem Einhorn befindet und in Cans Geschichte „Das Gruselhaus“ erkunden zwei Freunde eine verlassene Villa. Philine und Gesche haben sich auf ein besonderes Abenteuer eingelassen: Sie wollen ein ganzes Buch schreiben und selbst illustrieren. „60 Seiten haben wir schon,“ sagt die Neunjährige stolz „und wir lesen uns die neuen Seiten immer gegenseitig vor – dann malt Philine die Bilder dazu“.

Man merkt, auch das Selbstbewusstsein der Kinder wird durch dieses Hobby gestärkt – ganz wie bei Rodari.

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erstellt am 19.Jul.2017 | 12:30 Uhr

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