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Bridge-Seminare : Schon längst kein Geheimtipp mehr

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Seit vielen Jahren organisiert Ingke Drewsen Kurse auf Föhr. Mit dem Trainer Udo Kasimir erlebten die einen regelrechten Boom.

Es gibt fixe Partnerschaften, oder solche, die durch ein Losverfahren entstehen. Es werden Gebote abgegeben und es wird gereizt. Ziel der Reizung ist, einen Kontrakt zu finden. Die Rede ist nicht von einer Kontaktbörse, sondern vom Bridge. Ein Spiel, das in Deutschland immer mehr Anhänger findet und das auf Föhr längst fest etabliert ist.

Ein Umstand, der maßgeblich auf das Engagement von Ingke Drewsen zurückzuführen ist. 2002 gründete die heute 75-Jährige den Föhrer Bridge-Club, nachdem Karin Faltings – heute noch unterstützend an Drewsens Seite – zu Beginn der 1990-er Jahre gemeinsam mit der Kieler Bridge-Lehrerin Regina Hornig das komplexe Kartenspiel nach Föhr geholt hatte. Und Unterstützung kann Ingke Drewsen gebrauchen, denn seit damals organisiert sie jährlich ein Bridge-Seminar auf der Insel. Diese, anfangs ein Geheimtipp, haben sich mittlerweile zu einem festen Termin im Kalender von Spielern in ganz Deutschland entwickelt. Die Bridge-Fans kommen aus Bayern oder Westfalen, zudem erfolgt die Anreise aus Bremen und Hamburg sowie ganz Schleswig-Holstein.

Die Dozenten der Veranstaltung, die in den ersten Jahren im „Schloss am Meer“ stattfand, waren von Beginn an hochkarätig: Nach Regina Hornig brachte mit Roland Rohowsky sogar ein mehrmaliger Deutscher und zweimaliger Bridge-Weltmeister den lernwilligen „Schülern“ das Strategie- und Logikspiel näher.

Geradezu einen Boom erlebte die Fortbildung dann mit dem Münchner Udo Kasimir. „Udo ist ein exzellenter Lehrer und ein brillanter Alleinunterhalter“, lobt Ingke Drewsen den Bundesliga-Spieler und Deutschen Vizemeister. Dessen Präsentation sei moderner und der Unterricht erfolge nicht mehr mittels Flipchart, sondern per Laptop und Beamer. Mit dem 48-Jährigen stieg ab 2005 die Nachfrage: Aus einem Seminar wurden zwei und aus rund 50 Teilnehmern mehr als 100. Angeboten wird an jeweils vier Tagen Bridge für Fortgeschrittene, mit unterschiedlichen Themen und verschiedenen Schwierigkeitsgraden, sowie abendliche Turniere. Austragungsorte sind heute die Westfalen-Klinik und der Kurgartensaal.

„Lernen kann man Bridge nicht, nur immer mehr begreifen“, beschreibt Drewsen die Komplexität des Kartenspiels. Dem noch immer das Klischee anhängt, es würde einzig von gut betuchten, älteren Damen betrieben. Ingke Drewsen nimmt das Vorurteil gelassen: Viele Männer seien mittlerweile dabei, die zudem häufig besser spielten als die Vertreter des weiblichen Geschlechts.

Die Chef-Organisatorin selbst kam vom Skat zum Bridge – und war sofort mit dem Virus infiziert. Seither stehen nicht mehr Grand, Null oder Null Ouvert im Mittelpunkt, sondern Figuren- und Längenstiche, Impass oder Schnappen. All dies mit Suchtcharakter, räumt die 75-Jährige ein, die an sieben Tagen in der Woche von 22 bis 1 Uhr im Internet unterwegs ist und online mit einem festen Partner „ihrem“ Spiel frönt.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, die alte Fußball-Regel gilt auch für Ingke Drewsen. Bereits jetzt ist sie mit den Vorbereitungen für den Lehrgang 2015 und den ersten Buchungen, etwa der des Kurgartensaals, beschäftigt. Ein besonderes Jahr, denn es steht das „Zehnjährige“ mit Udo Kasimir an. Und Besonderes ist auch für die Seminare geplant, etwa für jene Wiederholungstäter, die von Beginn an dabei sind. So sind besondere Ehrungen angedacht und Roluf Henning wird die Abschlussabende beider Seminare musikalisch umrahmen. „Ob es auch besondere Preise geben wird, weiß ich noch nicht“, lässt Ingke Drewsen sich in einem Punkt allerdings nicht in die (Bridge-)Karten schauen.

 

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erstellt am 24.Jan.2014 | 08:00 Uhr

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