zur Navigation springen

Eisenbahn-Vergnügen : Schöne Schwedin unter Dampf

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Noch bis zum 3. November kan man mit der historischen Lok zwischen Niebüll und Dagebüll pendeln. Die Fahrten sollten eigentlich schon im Hochsommer stattfinden. Doch wegen Hitze und großer Trockenheit war die Brandgefahr durch den Funkenflug zu groß.

Sie kam in diesem Jahr verspätet. Aber sie kam: die Dampflok aus Kappeln mit dem Kosenamen „Schöne Schwedin“. Eigentlich sollte sie vom 21. Juli bis zum 11. August an den Wochenenden zwischen Niebüll und Dagebüll-Mole pendeln. Doch in dieser Zeit war es heiß, Gras und Sträucher neben dem Bahndamm waren knochentrocken und die Gefahr zu groß, dass sie sich durch Funkenflug entzünden könnten. Deshalb musste das von der NEG versprochene sechste Eisenbahnvergnügen verschoben werden. Beim zweiten Startversuch gab es einen Tag Verzögerung, weil ein kleiner Schaden behoben werden musste.

Die vom Sommer nachgeholte Tour unter dem Motto „NEG macht Dampf“ läuft bis zum Sonntag, 3. November. Wie auch schon am zurückliegenden Wochenende, sind an den beiden kommenden Sonnabenden und Sonntagen je drei Fahrten vorgesehen: Ab Niebüll geht es um 11.35 Uhr, 13.35 Uhr und 16.05 Uhr. Ab Dagebüll beginnen die Rückfahrten um 12 Uhr, 15 Uhr und 16.35 Uhr.

Die Lok vom Typ S 1916 wurde 1952 vom schwedischen Werk „Nydqvist och Holm AB (NOHAB)“ in Trollhättan gebaut. Sie bringt 1000 PS auf die Schiene, ist 78 Tonnen schwer und 80 Stundenkilometer schnell. Zu ihren aktiven Zeiten war sie als Personenzug-Lok eingesetzt. Heute ist sie im Besitz der Angelner Dampfeisenbahn GmbH, Deutschlands nördlichster Museumseisenbahn. Früher fuhr die Veteranin auf der Strecke Kappeln-Süderbrarup. Sie wird auf Bestellung verchartert und verkehrte unter anderem auf Erlebnistouren im Raum Hamburg und Kiel sowie in Dänemark. Auch wurde sie zu größeren Veranstaltungen wie etwa zum nostalgischen „Dampf Rundum“ in Flensburg eingeladen.

Auf ihren Pendelfahrten wird die schwedische Tenderlok gut erhaltene Personenzugwagen der DB Regio ziehen. Im Führerhaus sitzen die Brüder Klaus und Oliver Jordt, beide examinierte Lokführer. Klaus Jordt ist zudem ausgebildeter Lokschlosser und Angestellter der Angelner Dampfeisenbahn.

Die „Schöne Schwedin“ bekommt sechseinhalb Stunden vor dem Start Feuer unter den Kessel. Angeheizt wird mit Holz – etwa von ausgedienten Paletten. Nach und nach wird Kohle auf die Glut geworfen, genauer gesagt polnische Gasflammkohle aus Oberschlesien. Wasser bekommt die historische Dampflokomotive aus einem Drei-Harden-Hydranten der Deutschen Bahn nahe dem Niebüller Wasserturm.

Weil es in Niebüll keine Drehscheibe gibt – und auch nie eine gegeben hat – fährt die alte Dampflok rückwärts nach Dagebüll, wo sie auf der Mole rangieren und sich für die Rückfahrt vor den Zug setzen wird. So wird die schöne schwarze Schwedin Eisenbahnfreunden für das Fotoalbum schöne Motive präsentieren.

 

 

 

 

 

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen