Verzögerung : Schiffstaufe auf Ostern verschoben

Die 'Norderaue' liegt noch in Rostock an der Pier.

Die "Norderaue" liegt noch in Rostock an der Pier.

Werft kann vorgezogenen Liefertermin nicht einhalten: „Norderaue“ soll spätestens im Februar 2018 im Wyker Hafen liegen.

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20. Dezember 2017, 13:00 Uhr

Bei der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) war man bis vor Kurzem noch guter Dinge, dass die neue Doppelendfähre am 30. Dezember getauft werden könnte. Damit hätte die „Norderaue“, so der Name des Schiffes, eine Tradition fortgeschrieben, denn auch die „Uthlande“ und die „Schleswig-Holstein“ waren jeweils im Dezember getauft worden.

Dass daraus nichts wird, hat die Rostocker Neptun-Werft, wo die Fähre gebaut wird, nun der Reederei mitgeteilt. Wirklich überrascht war der WDR-Chef Axel Meynköhn von dieser Entwicklung nicht, diese hätte sich vielmehr angedeutet. Die Meyer-Werft in Papenburg, zu der auch die Neptun-Werft gehört, sei auf Jahre ausgebucht, vor allem der Bau von Kreuzfahrtschiffen fülle die Auftragsbücher. In Rostock würden Segmente für die großen Schiffe gebaut und die Fähre belege benötigte Baukapazität. Weshalb die Werft bereits Mitte des Jahres signalisiert hatte, das Schiff statt wie vereinbart im Februar 2018 bereits vor dem Jahreswechsel zu übergeben. „Ein sehr ambitionierter Vorschlag, aber die Werft baut das Schiff nicht allein“, sagt Meynköhn mit Blick auf die Vielzahl der beteiligten Zulieferer- und Fremdfirmen. „Sie haben ihr eigenes Ziel nicht ganz erreicht, sind aber sehr bemüht, das Schiff noch vor Februar auszuliefern“, so der Reederei-Chef.

Bei der WDR haben die Verantwortlichen reagiert und kündigen die Schiffstaufe nun für Ostern 2018 an. Damit bleibt ein Puffer, falls auch der Termin im Februar nicht gehalten werden kann. Davon geht Axel Meynköhn allerdings nicht aus, der sich in Rostock selbst vom Fertigungsstand überzeugt hatte. „Wir haben keinen Zweifel daran, dass das Schiff im Februar hier ist.“

Die „Norderaue“ liegt derzeit im Wasser an der Pierkante, wird innen ausgebaut und die Leitungen werden angeschlossen. „Von außen sieht das Schiff aus, als ob es fahren könnte“, so Meynköhn, innen allerdings biete sich eine eher kafkaeske Situation. 90 Kilometer Kabel wurden verlegt, die alle angeschlossen werden müssen und von denen die meisten in der Brücke enden. „Da quellen Kabelberge aus dem Boden, von denen jedes Einzelne getestet und richtig verbunden werden muss.“

Die Enttäuschung über die Verzögerung halte sich in Grenzen, sagt Meynköhn. In der Planung um den Jahreswechsel spiele die „Norderaue“ noch keine Rolle, die Verzögerung habe keine Auswirkungen auf den Fährbetrieb an den Festtagen. „Mir tut es für die Menschen leid, die sich auf die Taufe zum Jahreswechsel gefreut haben.“ Aber wichtiger als Schnelligkeit sei Qualität. Man wolle mit diesem Schiff möglicherweise 30 Jahre arbeiten, mit möglichst wenig Mängeln. „Darum ist es uns lieber, die bauen das sorgfältig zu Ende.“

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