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strandkonzept föhr : Sanfter Tourismus soll gestützt werden

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Nach Wyk und Nieblum ist auch in Utersum mit der Ideensammlung für eine gesamtinsulare Planung begonnen worden.

Die Insel Föhr muss ein gemeinsames Strandkozept erarbeiten, das hatte die Untere Naturschutzbehörde gefordert und einem Alleingang Wyks nicht zugestimmt (wir berichteten). Eine Gemeinsamkeit, auf die sich die Stadt, Nieblum und Utersum geeinigt haben. Die jeweiligen Planungen sollen aufeinander abgestimmt werden und die gesamte Insel im Blick haben. Überlegungen, mit denen man in Utersum noch ganz am Anfang steht, weshalb das Thema mit den Bürgern in einer Einwohnerversammlung diskutiert wurde.

Unter reger Beteiligung des Publikums präsentierte Gemeindevertreter Jörg Rosteck einige Vorschläge, die in dem Gremium bereits besprochen worden waren. So könnte ein Bohlenweg vom Haus des Gastes in Richtung Reha-Klinik und weiter nach Hedehusum führen. Die Parkplatz-Situation soll überarbeitet werden und der Weg von der Reha-Klinik in Richtung Hedehusum künftig auch radfahrertauglich sein. Die seit gut einem Jahr in Utersum ansässige Kitesurfschule könnte ebenso Teil des Konzeptes werden wie eine mobile Strandsauna. Zudem gibt es Überlegungen, eine Aussichtsplattform östlich der Reha-Klinik zu installieren, und der Bereich „Kleines Kurmittelhaus“ könnte aufgewertet werden. Der ist mit dem benachbarten Spielplatz für Utersums Bürgermeister Joachim Lorenzen ein schönes, windgeschütztes Areal, das nicht genug genutzt werde und sich insbesondere in der Vor- und Nachsaison, „wenn es am Strand zu pustig wird“, als Rückzugsbereich für die Gäste anbiete.

Denkanstöße, die am Ende nicht umgesetzt werden müssen. Denn nötig ist eine fachübergreifende Planung, in der sich Umwelt- und Naturschutz ebenso wiederfinden wie die Bereiche Tourismus, Verkehrswege und andere, die funktional mit dem Strand zu tun haben. Aber vielleicht Ideen, die in ein Strandkonzept, das den Anforderungen der Unteren Naturschutzbehörde und des Landes entspricht, einfließen werden. Und auf dessen Grundlage in der Folge Bebauungspläne, Flächennutzungsplan-Änderungen oder konkrete Baugenehmigungen mitgetragen würden.

„Wir sind unerwartet mit der Situation konfrontiert worden und wollen möglichst schnell vorankommen“, betont Lorenzen, dass man Wyk und Nieblum nicht ausbremsen wolle. „Eine solche Planung zaubert man nicht aus der Tasche“, betont Bauamtsmitarbeiter Daniel Meer, dass diese Gefahr nicht besteht. Ein Gutachterbüro werde sich mit den Naturschutzbelangen befassen und vor allem müsse das Konzept in Abstimmung mit Land und Kreis erstellt werden. Erste Gespräche gab es bereits und weitere sind für das Frühjahr geplant. Das Strandkonzept könnte dann – inklusive aller Fachgutachten – im Laufe des Jahres erstellt werden.

Wichtig sei, so Meer, dass die Gemeinden den Vorgang nicht als Wunschkonzert verstehen. Vielmehr handle es sich um einen Orientierungsrahmen für das, was am Ende konkret umgesetzt werden soll. Realisierbar muss es sein, um nicht mehr Abstimmungsbedarf zu provozieren, als nötig. Nötig seien dagegen Gespür und Einfühlungsvermögen, um mit den Vorhaben den sanften Tourismus zu stützen. So habe ein Bohlenweg, so Meer, zwei Aspekte: Er erhöht Attraktivität und Erholungswert und verhindert, dass die Leute quer durch die Dünen laufen.

Auch die Nutzung des Gebäudes „Alte Schule“ stand an diesem Abend auf der Tagesordnung. Dies ist in einem desolaten Zustand, und darüber, dass etwas passieren muss, habe Einigkeit geherrscht, berichtete Joachim Lorenzen. Einen Abriss vorzuschlagen, hatten die Gemeindevertreter gezögert, da viele Utersumer in dem Gebäude zur Schule gegangen sind und deren Reaktionen nicht vorhersehbar waren. Dass diese positiv ausfielen, überraschte auch den Bürgermeister. Statt der erwarteten Gegenstimmen wurde vielmehr der Abriss befürwortet, der in den nächsten Sitzungen der Gemeindevertretung beraten werden soll.

Voran ging es auch bei der weiteren Erschließung des 24 Grundstücke umfassenden Neubaugebietes Tewelken. Einzelhäuser ohne Einlieger- und Ferienwohnungen sollen hier kurzfristig in Erbpacht vergeben werden. „Um der Spekulation, die in den vergangenen Jahren stattgefunden hat, Einhalt zu gebieten“, fasste Joachim Lorenzen den Wunsch aller zusammen. Das Gebiet ist bereits erschlossen und teilweise bebaut. Für rund zehn Häuser sind im nordwestlichen Teil des Baugebietes noch Grundstücke frei. Bewerber gib es bereits und in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter sei die Entwurfsplanung des Bauamtes beraten und beschlossen worden, so der Bürgermeister.

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erstellt am 25.Feb.2015 | 09:00 Uhr

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