Sturmfolgen in Norddorf : Sandpolster wird immer kleiner

Das Wasser reichte bis zur Abbruchkante und riss jede Menge Sand mit sich.
Das Wasser reichte bis zur Abbruchkante und riss jede Menge Sand mit sich.

Stürme nagen an der Amrumer Küste vor Ban Horn. Experten werden Schäden noch im Dezember begutachten.

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30. November 2015, 19:54 Uhr

Es ist gerade mal zehn Tage her, da rauschte das Sturmtief „Heini“ über Nordfriesland und sorgte für aufgepeitschte Nordseefluten, die wiederum so hoch an den Küsten aufliefen, dass erneut die Sandpuffer der Inseln angefressen wurden. Auf „Heini“ folgte „Nils“, der Sturm, der in der Nacht zu gestern für eine kleine Sturmflut und weitere Sandverluste am Küstenabschnitt vor dem Landschulheim Ban Horn sorgte.

Das im Mai vergangenen Jahres aufgeschüttete Sandpolster ist weitgehend verschwunden und die Stranddünen wurden erneut im Sockelbereich soweit abgeräumt, dass sie auf den Strand abrutschen. Auch die Halmanpflanzungen, die für den Sandfang regelmäßig im Rahmen des biotechnischen Küstenschutzes nachgesetzt werden, sind teilweise verschwunden.

„Nach unseren Informationen wurde das 2014 vor Ban Horn errichtete Sanddepot durch die jüngsten Stürme teilweise abgetragen. Die aktuelle Situation soll bei einem Ortstermin im Dezember ermittelt werden. Erst danach können wir eine Lageeinschätzung geben“, erklärte Dr. Hendrik Brunckhorst, Pressesprecher des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) in Husum.

Im Mai 2014 wurden 20  000 Kubikmeter Sand zur Sicherung eines rund 350 Meter langen Küstenabschnitts vor dem Schullandheim Ban Horn aufgefahren. Das Material wurde vom Kniepsand gut zwei Kilometer südlich der Badestelle Norddorf entnommen und per Spezial-Lastwagen über den Strand gen Norden transportiert.

„Diese Küstenschutzmaßnahme nutzt sich ab und wird pro Jahr um geschätzte 50 bis 60 Meter verbraucht“, erklärte Frank Barten vom LKN im vergangenen Jahr. Das Bestreben ist es, wie auch in den Jahren zuvor große Sandpolster entlang der sandigen Küste durch den biotechnischen Küstenschutz anzuhäufen. Diese Maßnahmen werden kontinuierlich in Eigenverantwortung des Amtes Föhr-Amrum organisiert und durchgeführt. Bei der jüngsten Herbstdeichschau zeigten sich die Verantwortlichen des Landesbetriebes noch sehr zufrieden mit dem Sandpolster. Wie nun die fachkundige Beurteilung nach den Stürmen ausfallen wird, bleibt abzuwarten.

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