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Energieversorgung : Samsø geht mit gutem Beispiel voran

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die neue Föhrer Genossenschaft lud zu einem interessantem Vortrag. Eine Dänische Insel setzt ganz auf regenerative Brennstoffe.

Die dänische Insel Samsø und die nordfriesische Insel Föhr haben viel Vergleichbares, nicht zuletzt, was die Bemühungen um umweltfreundliche Erzeugung und Nutzung der Energie betrifft. Während jedoch auf Föhr seit einiger Zeit „die Luft raus“ zu sein scheint, ist Samsø ein international anerkanntes Beispiel dafür, was erreicht werden kann, wenn Bürger, Landwirte, Politiker und Fachleute an einem Strang ziehen. Um wieder frischen Wind zu entfachen, hatte die im Aufbau befindliche Föhrer Energiegenossenschaft Bernd Garbers als Mitarbeiter der Energieakademie auf Samsø zu einer Informationsveranstaltung nach Föhr eingeladen.

Nach einem Treffen mit Bürgermeistern und Gemeindevertretern der Insel gab es eine öffentliche Veranstaltung in der Wyker Eilun-Feer-Skuul. Es sollte, so Annemarie Lübcke von der Genossenschaft, ein Schritt zu dem Ziel sein, mit echter Bürgerbeteiligung eine nachhaltig Entwicklung auf dem Gebiet der Wärme und Energie ins Leben zu rufen.

Den Startschuss für das Projekt auf Samsø gab im Jahr 1997 der damilige dänische Umwelt- und Energieminister Svend Auken mit einem Wettbewerb, in dem es darum ging, welche Insel sich im Verlauf von zehn Jahren mit regenerativer Energie versorgen könne. Fünf Inseln beteiligten sich an den Vorbereitungen, und Samsø konnte mit seinem Masterplan das Rennen machen. „Die Ziele sind in diesem Plan festgeschrieben, und man kann immer nachlesen, was bereits erreicht wurde“, so Garbers.

Erstellt wurden im Laufe der Jahre elf Windkraftanlagen, ein Off-Shore-Windpark, vier Heizwerke mit unterschiedlichen Betreibern von der Insel und vom Festland, sowie ein Fernwärmenetz. Auch die Energieakademie mit elf Angestellten ist ein „Produkt“ dieses Projektes. Samsø könnte zwar im Notfall auf Energie vom Festland zurückgreifen. „Wir wollen aber unsere Versorgung möglichst alleine hinbekommen, denn das macht uns unabhängig“. Dies hat zur Folge, dass die Heizwerke für eine Reihe von Jahren einen Festpreis garantieren konnten und das Geld auf Samsø bleibt. „Wir Dänen können gut rechnen und mögen es gar nicht, wenn das Geld unsere Insel verlässt“, hob Garbers hervor.

Nicht nur Privatleute, sondern auch die Kommune profitiert von dem Projekt, da sie alle Gebäude mit Fernwärme versorgt und die Hausmeister der größeren Einrichtungen so gut geschult hat, dass die fit sind in der Energieüberwachung. Die Gemeinde verfügt inzwischen auch über acht Elektro-Fahrzeuge, die dem Pflegedienst auf der Insel zur Verfügung stehen.

Das neueste, kurz vor dem Abschluss stehende Projekt ist eine Fähre, die mit Gas betrieben werden soll. Bernd Garbers berichtete dazu von Überlegungen, dieses mit einer eigenen Biogasanlage herzustellen. Dabei besteht die Gefahr der „Vermaisung“ nicht, da in Dänremark solche Anlagen nur mit Abfällen betrieben werden dürfen. Den Einwand eines Zuhörers, das Gas müsse für den Fährbetrieb gereinigt werden, wozu ein großer Energieaufwand nötig sei, konterte Garbers mit dem Hinweis, dass für Samsø die Energie kein Problem bedeute. Die dänische Insel will sich , so berichtete er, nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Vielmehr geht es jetzt um einen neuen Masterplan, dessen Ziel eine Insel ist, die keinerlei fossile Stoffe mehr benötigt.


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erstellt am 11.Feb.2015 | 12:15 Uhr

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