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Insel-Bote

20. Oktober 2017 | 09:16 Uhr

Bäderdienst : Saisonarbeiter in Uniform

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die ersten Sommer-Beamten sind auf den Inseln eingetroffen. Die Polizei will wieder verstärkt mit Fußstreifen Präsenz zeigen.

von
erstellt am 13.Feb.2015 | 12:30 Uhr

Die Amrumer Polizei hat mit Linn Rinner und Pascal Remlinger bereits ihre Sommerverstärkung erhalten. Die beiden jungen Polizeimeister, die gerade ihre Ausbildung in Eutin beendet haben, können nun in der noch ruhigen Zeit eingearbeitet und auf ihre Aufgaben im Bäderdienst auf der Insel verbereitet werden.

„Ich habe mich für den Dienst auf eine Insel beworben“, berichtet die 24-jährige Kielerin Linn Rinner. Pascal Remlinger, der vom Bodensee stammt, war eigentlich für Sylt vorgesehen, ist aber für einen Kollegen, der nach Amrum sollte, aushilfsweise eingesprungen. Daher könnte es sein, dass sein Aufenthalt auf Amrum auf zwei Monate begrenzt sein wird.

Während die Amrumer Polizeistation also bereits in „Sommerstärke“ (drei feste Mitarbeiter und zwei „Saisonkräfte“) agieren kann, müssen die Kollegen auf Föhr sich noch ein wenig gedulden, bis wieder alle Sommer-Polizisten eingetroffen sind, wobei die neun Beamten umfassende Föhrer Stammbesatzung in diesem Jahr nur von zwei, statt drei zusätzlichen Mitarbeitern unterstützt wird. Denn Sommerpolizist Nummer drei, Andreas Johannsen, macht zwar offiziell auch bis zum Herbst auf Föhr Bäderdienst, ersetzt aber in dieser Zeit bereits Andreas Fleck, der Ende Februar in den Ruhestand tritt. Ab Oktober wird Johannsen dann offiziell die Nachfolge Flecks antreten und ganz auf Föhr bleiben.

Der 53-jährige Polizeihauptmeister ist in Büdelsdorf aufgewachsen und hat zuletzt in Probsteierhagen im Kreis Plön gearbeitet. Dass es ihn nun auf die Insel zieht, kommt aber nicht ungefähr. Johannsen hat Föhrer Wurzeln, beide Eltern stammen von Föhr, seine Mutter lebt wieder auf der Insel, „und ich habe als Kind alle Ferien hier verbracht“, berichtet er. Dass seine bisherige Dienststelle geschlossen und auf Föhr eine Stelle frei wird, passt also genau.

Nicht nur Johannsen bringt lange Polizei-Erfahrung mit, auch die beiden anderen Bäderdienstler, die in diesem Jahr nach Föhr kommen, sind erfahrene Beamte, freut sich der Leiter der Wyker Polizeistation, Udo Höfer. Trotz der Verstärkung hofft er, dass sich der Trend des vergangenen Jahres fortsetzt. Da sei es deutlich ruhiger gewesen, als in den Jahren zuvor, die Beamten hatten weniger Probleme mit Jugendlichen. „Wir können uns dann den Sachen widmen, die wir am liebsten machen“, kündigt Höfer an, dass er auch im kommenden Sommer gerne wieder mehr Zeit für die Verkehrsüberwachung hätte und mit Fußstreifen in der Innenstadt Präsenz zeigen und Radfahrer auf der Promenade und in der Fußgängerzone abschrecken möchte. Allerdings – man könne nie wissen, wann es mal wieder Jugendgruppen gibt, die Randale machen.

Einen weiteren Schwerpunkt der Polizeiarbeit auf Föhr sieht Udo Höfer deshalb in der Prävention. Das fängt bereits in den Kindergärten an, in denen die Wyker Polizistin Juliane Ingwersen Verkehrsunterricht anbietet. Und gerade habe ein Verkehrslehrer der Polizei vom Festland in den fünften, siebten und neunten Schulklassen Unterrichtsstunden zu den Themen Drogen, Gewalt und Internet abgehalten. „Das ist ein freiwilliges Angebot der Polizei“, freut sich Höfer, dass es von der Schule angenommen wurde.

Denn mit Alkohol bedingten Delikten gebe es immer wieder Probleme, und auch Drogen seien auf der Insel nicht weniger geworden. „Ich glaube nicht, dass wir das noch mal einfangen“, so Höfer, „das ist für uns praktisch nicht zu bekämpfen, weil sich das fast alles im privaten Bereich abspielt“. Zu tun haben werden Stammbesatzung und Sommerpolizisten also auch dann genug, wenn es wieder ein eher ruhiges Jahr werden sollte.

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