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Insel-Bote

19. November 2017 | 09:59 Uhr

Grund zum Feiern : Runder Geburtstag

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Jubiläum für die katholische Kirchengemeinde auf Föhr und Amrum: Vor 70 Jahren wurde erstmals ein Pfarrer für die Seelsorge auf die Inseln entsandt.

von
erstellt am 13.Mai.2016 | 12:30 Uhr

Den Kurgästen und insbesondere vielen Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg, die auch auf Föhr ihrem Glauben nachgehen wollten, haben es die Katholiken auf beiden Inseln zu verdanken, dass sie in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum feiern können. Die Gemeinde St. Marien blickt auf ihr 70-jähriges Bestehen zurück, nachdem ein Jahr nach Kriegsende erstmals ein Pfarrer mit dem bischöflichen Auftrag der Seelsorge auf die Insel entsandt worden war.

Regelmäßige Gottesdienste, wenn auch nur in der Saison und von sogenannten Strandpfarrern gehalten, hatte es auf Föhr bereits im auslaufenden 19. Jahrhundert gegeben. Dem Wunsch der Kurgäste folgend, auch auf der Insel ihrem Glauben nachgehen zu können, war 1899 in der Mühlenstraße eine private Kapelle aus Backstein errichtet worden, die für die Urlauberseelsorge an den Bischoff von Osnabrück vermietet wurde. 1904 erwarb das Bistum Osnabrück, zu dem Nordfriesland bis zur Gründung des Erzbistums Hamburg (1995) gehörte, das Gebäude. Föhr und Amrum wurden der Pfarrgemeinde Flensburg zugeordnet.

Als mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges zahlreiche Vertriebene katholischen Glaubens aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten nach Föhr kamen, erhielt die Gemeinde im Januar 1946 mit dem Pastor Josef Pobozyni ihren ersten ständigen Geistlichen, der auch Amrum betreute. Mehr als 800 Mitglieder zählte die Pfarrei seinerzeit, und die Zahl der katholischen Kurgäste nahm in den folgenden Jahren stetig zu. Schnell wurde das Gotteshaus zu klein. Dessen Türen geöffnet bleiben mussten, damit die Gläubigen das Geschehen von der Straße aus verfolgen konnten. 1955, in der Amtszeit des Pastors Ernst Hüttermann, wurde die Kapelle schließlich erweitert und um ein Pfarrhaus in der Mühlenstraße ergänzt.

Als auch der Anbau nicht mehr ausreichte, wurde 1974 die Kirche am Rebbelstieg erbaut. Zuvor hatte Pastor Peter von Geisau, seit 1968 für die Gemeinde zuständig, das Grundstück mit Hilfe des Kirchenvorstands-Mitgliedes Wilhelm Schneider erwerben können. Unter der Führung von Gerhard Wache, der das Pfarramt 1972 übernommen hatte, wurde 1973 die Planung in Auftrag gegeben. Im Frühjahr 1974 begannen die Bauarbeiten für Kirche, Pfarrhaus und Gemeindezentrum und bereits im Dezember des gleichen Jahres wurde die Kirche – wie die bisherige Kapelle unter dem Namen St. Marien – geweiht.

Das Föhrer Gotteshaus ist inzwischen eine Filialkirche der katholischen Pfarrgemeinde St. Gertrud in Niebüll, zu der auch die Norddorfer St.-Elisabeth-Kirche und die St.-Josef-Kirche in Leck gehören. Verantwortlicher Pfarrer ist hier seit 17 Jahren Gerard Rzaniecki. Die Gottesdienste auf den Inseln werden – insbesondere in der Saison – überwiegend von Gastpfarrern abgehalten.

Knapp elf Jahre predigte Gerhard Wache in „seiner“ Kirche, bis er 1985 von Pastor Johannes Langnickel abgelöst wurde. 1998 übernahm der Gemeindereferent Hans Lubkowitz, der sich mit seiner Frau Elisabeth insbesondere um die Kinder- und Jugendarbeit verdient machte. Es folgten die Gemeindeassistentin Beate Kaltenbach (2003), die Gemeindereferentin Angelika Burgdorf (2008), der Diakon Ulrich Bork (2011) und die Gemeindereferentin Claudia Mainka (2013). Seit dem 1. Mai ist der Gemeindereferent Norbert Wieh für beide Inseln und damit für etwa 1000 Gläubige (zirka 800 auf Föhr) zuständig.

Viele Wechsel, unter denen das Gemeindeleben in den vergangenen Jahren gelitten hat. Dass dies nun anders wird, hofft Bettina Risse, Mitglied des Kirchenvorstands und des Pfarrgemeinderates sowie Vorsitzende des Ortspersonalrates. „Nach Jahren der Verunsicherung ist das Wir-Gefühl wieder erstarkt und das Gemeindeleben wird wieder vielfältiger“, ist sie optimistisch. Künftig soll die Kinder- und Jugendarbeit wieder stärker in den Fokus gerückt werden, so Risse, zudem seien Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen geplant. „Auch Gastpriester, die weiterhin tätig sein werden, bringen neue Impulse in das Gemeindeleben und sind somit eine Bereicherung.“

>Anlässlich des Jubiläums findet am morgigen Sonnabend in der St.-Marien-Kirche ab 19 Uhr eine Vorabendmesse mit anschließendem Pfingstfeuer vor der Kirche gegen 22 Uhr statt.

 

 

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