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Im Wyker Kurgartensaal : Rock’n’Roll ohne Sinn und Verstand

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Musiker von Bidla Buh trafen den Nerv des Publikums. Es war ihre zweites Konzert auf Föhr.

Ein antiquiertes Mikrofon, altmodisches Outfit mit Zylinder und Frack, dazu eine scheinbar aus der Zeit gefallene Jazzgitarre: Es gibt sicher nicht viele Bands, die sich mit so einer Ausrüstung auf die Bühne trauen, erwartet man diese doch eher in den Bars von vorgestern. Doch Bidla Buh pfeift auf diese zeitlichen Unterschiede. Die Band aus Hamburg hat sich einen Sound aus Chanson, Rock’n’Roll und Comedy auf die Fahnen geschrieben und heizt damit nicht nur dem Publikum ordentlich ein.

Auch Hans Torge Bollert, Sänger, Trompeter und Pfeifer in einem, kam beim Konzert im Wyker Kurgartensaal ins Schwitzen. Kein Wunder, bei der Show, die er mit seinem Kollegen Olaf Klindtwort abzog. Über gut zwei Stunden hangelten die beiden sich von einem Genre zum nächsten. Mal wurde Herbert Grönemeyer oder Udo Lindenberg imitiert, dann die Beatles. Rock’n’Roll-Klassiker wie „Rock around the clock“ wurden schamlos ins Plattdeutsche übersetzt und ohne rot zu werden beim Blusenblues über die verschiedenen Größen weiblicher Rundungen philosophiert. Das alles stets unterlegt mit der richtigen Prise Humor, die immer wieder eingestreut wurde.

Beim Publikum kam diese Mischung sehr gut an. Begeistert wurde im diesmal fast vollen Kurgartensaal im Takt geklatscht, an den richtigen Stellen gelacht und bei den Mitmachteilen mitgesungen. „Grandios“ war ein Wort, mit dem der Aufritt der beiden Musiker oft kommentiert wurde. So sah es auch Zuhörerin Monika Spitzky: „Das ist einfach super. Die Männer, wie sie sich darstellen, ihre Mimik. Und natürlich der Frack, genial.“

Für Hans Torge Bollert und Olaf Klindtwort war dies der erste Auftritt auf Wyker Boden. In Wyk aber waren die beiden bereit zu Gast: Im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals beim legendären Konzert auf der Fähre. Damals begeisterten sie ein Publikum von 400 Leuten.

Aber nicht nur das Publikum war etwas abgespeckt, auch Bilda Buh selbst kam nur ein Zweidrittelbesetzung auf die Insel. Beim letzten Mal war noch Jan-Frederick Behrend dabei, der vor allem mit atemberaubenden Soli am Schlagzeug und anderen Trommelinstrumenten Begeisterung auslöste. „Wenn wir Konzerte in kleinerem Rahmen geben, sind wir häufiger nur zu zweit. “, erklärte Klindtwort. Doch auch so lieferten die beiden Unterhaltung auf allerhöchsten Niveau. An die besondere Atmosphäre vom letzten Mal sei man aber nicht ganz herangekommen, so Klindtwort weiter.

Ab dem nächsten Jahr können sich die Fans von Bilda Buh auf ein neues Programm freuen. Ob das Duo, oder vielleicht sogar das Trio dann wieder den Weg aus Hamburg nach Föhr und Amrum findet ist noch nicht klar, die beiden Musik-Komiker haben auf jeden Fall Interesse bekundet. Vielleicht darf man sich also wieder auf einen rasanten Abend ohne Sinn und Verstand freuen.

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