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Insel-Bote

20. Oktober 2017 | 05:38 Uhr

Ringreiter fühlen sich gegängelt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bei Amtsringreiten im ehemaligen Amt Treene sind Teilnehmer aus Nachbarbezirken ausgeschlossen

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2014 | 19:18 Uhr

Es gehört zur guten Tradition, dass einmal im Jahr ein Ringreiterverein aus dem ehemaligen Amt Treene das Amtsringreiten organisiert. Immerhin, im Bereich des alten Amtes gibt es 14 Vereine, die die Tradition des Ringreitens pflegen. In diesem Jahr ist für die Ausrichtung des großen Festes der Ringreiterverein Jung-Rantrum verantwortlich. Zur Vorbereitung des Ereignisses hatte er die Delegationen der anderen Vereine zu einer Besprechung nach Rantrum eingeladen. Mit dabei auch der Leitende Verwaltungsbeamte des alten Amtes Treene und des neuen Amtes Nordsee-Treene, Claus Röhe, diesmal aber als Schriftführer des losen Zusammenschlusses der Ringreitervereine im alten Amt.

Unglücklich mit dem Ergebnis der Versammlung ist Thomas Groß, Vorsitzender des Ringreitervereins Schwabstedt. Dort sei vom Verwaltungs-Chef nämlich darauf hingewiesen worden, dass es Beschwerden von Bürgermeistern gegeben habe. So beispielsweise darüber, dass der Seniorenpokal an einen Reiter aus Eiderstedt vergeben worden sei. Unterstützung könne es daher vom Amt nur noch geben, wenn die Teilnehmer ausschließlich aus dem Amtsbereich kommen. Schweren Herzens habe die Versammlung zugestimmt, berichtet Groß, denn in den vergangenen Jahren sei dies nie ein Thema gewesen. Doch nun habe sich der Schriftführer auf die Reitordnung für die Durchführung des Amtsringreitens des Amtes Treene von 2001 berufen. Darin heißt es nämlich: „Jeder teilnehmende Verein des Amtes entsendet fünf fähige Reiter, die Mitglieder des Vereins sein müssen und im Amtsgebiet des Amtes Treene wohnen, beziehungsweise gewohnt haben, zum Amtsringreiten um den Amtspokal.“

Groß weiß viele seiner Mitreiter hinter sich, denn nach seiner Einschätzung wurde dem Ringreiten damit in Rantrum ein Bärendienst erwiesen. Er macht dies am Beispiel seines Vereins deutlich. „Der Ringreiterverein Schwabstedt stand vor sechs Jahren vor dem Ende. Man hätte nur noch in den Archiven etwas über diesen Verein lesen können, wenn er sich nicht auch für Auswärtige geöffnet hätte“, sagt er. Seinerzeit, so berichtet Groß, seien gezielt Reiter nicht nur aus der Gemeinde angesprochen worden. Heute sei der Verein wieder mit Leben erfüllt, die Fremdreiter hätten eine großen Anteil am Fortbestand des Schwabstedter Vereins.

Diese Entwicklung ist seiner Ansicht nach nicht nur in Schwabstedt zu beobachten. Bei allen Vereinen im ehemaligen Amtsbereich, Wohlauf Rantrum, Jung Rantrum, Saddelfast, Mildstedter Ringreiterverein von 1925, Simonsberg von 1924, Schwabstedt, Ostenfeld von 1976, Amazone Mildstedt, „Hol di fast“ Oldersbek, Ringreiter und Schützengilde Wittbek, Ringreiterverein Fresendelf, Finkhaus, Ramstedt und Winnert, reiten auch Auswärtige mit. Thomas Groß, der seit neun Jahren in Schwabstedt die Lanze führt und seit Anfang des Jahres Vorsitzender ist, weiß mittlerweile, dass seine Kollegen aus Fresendelf wegen Reitermangels aus dem Amt ganz auf die Teilnahme verzichten, die Amazonen aus Mildstedt innerhalb weniger Tage nach diesem Beschluss fünf Mitglieder verloren haben und auch in Ramstedt große Probleme bestehen. Dort reiten zwei Koldenbüttler Mädchen, die aber ausgeschlossen werden, da sie im ehemaligen Amt Friedrichstadt zu Hause sind.

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