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Insel-Bote

15. Dezember 2017 | 06:00 Uhr

Gestrandet : Rettung für seltenen Delfin

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Immer wieder schwimmt der Meeressäuger auf den Strand von Amrum – bis die Seenotretter zu Hilfe eilen.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2016 | 09:00 Uhr

Die Sichtungen und Strandungen von Walen und Delfinen in Schleswig-Holsteins Gewässern nimmt kein Ende. Nach den toten Pottwalen im Wattenmeer, einem Schwertwal-Baby am Sylter Strand und zwei Großen Tümmlern in der Flensburger Förde hat es jetzt einen knapp zwei Meter langen Streifendelfin an den Strand der Nordsee-Insel Amrum verschlagen.

Der Delfin hatte sich auf die Wattseite Amrums verirrt – eine Spaziergängerin hatte das gestrandete Tier gestern Morgen am Strand der Nordspitze entdeckt und die Seehundjäger der Insel verständigt. „Bei Hochwasser haben wir gemeinsam mehrmals versucht, den Delfin wieder in die Fahrrinne zu treiben“, erzählt Seehundjäger Holger Lewerentz. Doch die ersten Rettungsversuche scheiterten: Zwar ließ sich der Delfin widerstandslos in tieferes Wasser tragen – aber nur, um direkt wieder auf den Strand zuzuschwimmen.

Hilfe brachten schließlich die Seenotrettungs-Profis der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) vom Seenotrettungskreuzer „Ernst Meier-Hedde“. Mit dem kleinen Tochterboot „Lotte“ fuhren sie an den Strand und nahmen den geschwächten Delfin auf einer Trage an Bord. Die „Lotte“ umrundete die Nordspitze Amrums und entließ den Meeressäuger auf der Westseite der Insel wieder ins Wasser. „Es dauerte einen Augenblick, bis sich der Delfin orientiert hatte. Dann schwamm er mit einigen Sprüngen schnell in Richtung offene Nordsee“, erzählt Seenotretter Benedikt Steffensen.

Anhand von Fotos hat Ursula Siebert von der Tierärztlichen Hochschule Hannover den Unglücksraben als Streifendelfin bestimmt. Sie werden bis zu 2,50 Meter lang und sind damit deutlich kleiner als die Großen Tümmler, die derzeit vor Flensburg Station machen. „Streifendelfine kommen in der Nordsee eigentlich nicht vor“, sagte Siebert, die das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung mit Standorten in Hannover und Büsum leitet. Sie leben zwar in fast allen Ozeanen der Welt, aber meist in wärmeren Gewässern. Laut Siebert ist es die erste Strandung in Schleswig-Holstein seit 1940. „Allerdings gab es in den vergangenen Wochen mehrere Berichte über Streifendelfine in Nord- und Ostsee: In Schottland und zuletzt am vergangenen Wochenende in Schweden sind kürzlich Streifendelfine gestrandet“, so Siebert.

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