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Tag der Seenotretter 2017 : Retter informieren über ihre Arbeit

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Viel Betrieb im Seezeichenhafen. Besuch auf der „Ernst Meier-Hedde“ bei Besuchern begehrt. „Eiswette“ zu Besuch in der alten Heimat.

shz.de von
erstellt am 02.Aug.2017 | 15:00 Uhr

Auch im diesem Jahr gab es wieder einen Tag der Seenotretter. Dieser findet traditionell immer am letzten Sonntag im Juli an vielen Rettungsstationen an Nord- und Ostsee statt. Bei schönem Sommerwetter nutzten zahlreiche Besucher die Möglichkeit, sich über die Arbeit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) zu informieren und auch den auf Amrum stationierten Seenotrettungskreuzer „Ernst Meier-Hedde“ im Wittdüner Seezeichenhafen zu besichtigen.

In der als kleines Kino hergerichteten Werkstatt gab ein Film detaillierte Einblicke in die Interessante Arbeit der DGzRS. Besonders gefragt ist natürlich immer die Möglichkeit der Besichtigung des Rettungskreuzers. Geduldig beantwortete die Besatzung alle Fragen. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Die Erlöse aus dem Getränke-, Fischbrötchen- und Grillverkauf kommen der DGzRS zugute, die sich zu 100 Prozent aus Spenden finanziert. „Es war ein gelungener Tag und ich möchte mich bei allen bedanken, die geholfen haben, ihn zu gestalten“, bedankte sich Sven Witzke, Vormann und Leiter der Station Amrum.

28 neue Fördermitglieder konnten an diesem Tag gewonnen werden. Als kleines Dankeschön wurden diese dann auch direkt zu einem kleinen Einsatz mitgenommen. Mit der „Eiswette“, dem Seenotkreuzer von Nordstrand, gab es einen kleinen Ausflug.

Die „Eiswette“ war an diesem Tag zur Unterstützung nach Amrum gekommen. Das Einlaufen des Seenotrettungskreuzers in den Wittdüner Tonnenhafen war für einige der eigentliche Höhepunkt des Tages: Am Bug stand das Nordstrander Besatzungsmitglied Jürgen Wohnert mit seinem Dudelsack. Die von Ihm gespielten Lieder waren in der ganzen Wittdüner Bucht zu hören und sorgten für Gänsehaut pur.

Die Rettungsstation auf Amrum ist eine der ältesten der DGzRS. Die zentrale Lage in der Deutschen Bucht wie auch die zahlreich vor Amrum liegenden Sandbänke hatten dazu geführt, den neuen Rettungskreuzer der neu entwickelten 28-Meter-Klasse hier zu stationieren. Mit fast 4000 PS erreicht die „Ernst Meier-Hedde“ eine Geschwindigkeit von 24 Knoten (44 Stundenkilometer). Unter dieser Geschwindigkeit beträgt die Reichweite 600 Seemeilen (1100 Kilometer). Die Verdrängung liegt bei 120 Tonnen, bei Volllast sind etwa 700 Liter Kraftstoff pro Stunde notwendig.

Auf Amrum sind neun Besatzungsmitglieder stationiert, die bei Bedarf von neun freiwilligen Rettern unterstützt werden. Ständig an Bord sind immer vier Rettungsmänner, die sich in einem 14-tägigen Rhythmus ablösen. Innerhalb von fünf Minuten ist die „Ernst Meier-Hedde“ auslaufbereit. 60 bis 80 Einsätze pro Jahr haben die Rettungsmänner zu absolvieren, darunter sind etwa zehn echte Seenotfälle.

An zwei Tagen in der Woche werden Kontrollfahrten durchgeführt. Neben der Überprüfung aller Systeme dient dieses auch gleichzeitig zur Erkundung des Reviers auf eventuelle Veränderungen. Um jederzeit einsatzbereit zu sein, werden in den Zeiten, in denen keine Einsatzfahrten durchgeführt werden, Wartungsarbeiten an dem Schiff ausgeführt und auch Rettungs- und Sicherheitsübungen absolviert. Hierbei werden auch die freiwilligen Rettungsmänner integriert, damit sie jederzeit in der Lage sind, einzuspringen.

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