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Insel-Bote

21. Oktober 2017 | 05:17 Uhr

Amrum : Rennen, fliegen und abseilen

vom

Amrums "Marathon Mann" erlebte einen spektakulären Tag auf dem Kniepsand und über dem Nord-Ostsee-Kanal.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 07:58 Uhr

Amrum | Das spektakuläre Foto des Retters, der sich über dem Nord-Ostsee-Kanal von einem Hubschrauber auf das Kreuzfahrtschiff "Aida Cara" abseilte, um dort einen Patienten zu bergen, war am Dienstag auf der Titelseite des Insel-Boten zu sehen. Nun wurde bekannt, dass dieser Einsatz für einen Amrumer aufregender Höhepunkt eines ereignisreichen Tages war.

Als Kinderfacharzt Malte Harjes nach erfolgreich absolvierter Marathonstrecke beim Mukoviszidoselauf am späten Nachmittag auf der Bühne zur Siegerehrung stand, ahnte er nicht, dass damit noch nicht alle Aufregungen dieses Tages hinter ihm lagen. Gegen 18 Uhr saß er dann mit dem Rettungsdienstleiter der Insel, Andreas Zawieja, in einem Marine-Helikopter vom Typ "Sea King". Der instabile Gesundheitszustand eines Kleinkindes in der Fachklinik Satteldüne, wo der 39-Jährige arbeitet, verlangte nach einem Transport von Amrum zur Kieler Uniklinik.

Nachdem das Kind im Klinikum eingeliefert worden war, sollte der Arzt per Hubschrauber zurück nach Amrum geflogen werden. Doch schon kurz nach dem Start in Kiel erreichte die Besatzung ein Notruf vom Clubschiff "Aida Cara", das auf dem Nord-Ostsee-Kanal unterwegs war, weil ein Passagier wegen innerer Blutungen dringend in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Und so drehte der Hubschrauber ab und flog das Kreuzfahrtschiff an. Und der Amrumer Kinderarzt wurde spontan zum Luftretter. "Nachdem der Navigator sich zum Sonnendeck abgewinscht hatte, bin ich per Rettungskorb auch auf die Aida Cara abgelassen worden, um den Patienten mit zu stabilisieren", berichtet Harjes.

Nach der Aufnahme des Patienten konnte der Marinehubschrauber kurze Zeit später wieder in Kiel landen. Dort wurde der Passagier von einem Notarzt übernommen und in ein Krankenhaus gebracht.

Der glückliche Zufall, dass der "Sea King" bereits in Schleswig-Holstein unterwegs war, hat möglicherweise dem Passagier das Leben gerettet. Nach der Verlegung des Marinefliegergeschwaders 5 von Kiel nach Nordholz in Niedersachsen hat sich die Vorlaufzeit für solche Hilfeleistungen nämlich wesentlich verlängert. Die Deutsche Rettungsflugwacht (DRF) betreibt zwar zwei Hubschrauber in Rendsburg und Niebüll. Doch eine Landung an Deck des Kreuzfahrtschiffes wäre für diese Maschinen nicht möglich gewesen.

"Gegen 21.30 Uhr waren wir dann wieder glücklich auf Amrum", berichtet Malte Harjes. "Ich war nach diesem Marathontag voller Endorphinausschüttung so was von platt, ich bin nur noch ins Bett gefallen", so der Vater von vier Kindern.

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