Ascot auf Föhr : Renn-Schafe mit Plüsch-Jockeys

Im Gänsemarsch dem Futtereimer hinterher: Bei diesem Tempo hielt es nicht alle Jockeys im Sattel.
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Im Gänsemarsch dem Futtereimer hinterher: Bei diesem Tempo hielt es nicht alle Jockeys im Sattel.

Origineller Wettlauf beim Oevenumer Lammtag: Die wolligen Sympathieträger ziehen das Publikum in Scharen an.

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26. August 2015, 12:45 Uhr

Der Sieger stand eigentlich von Anfang an fest, aber er lief außer Konkurrenz: Schafzüchter, Ideenfinder und Organisator des Oevenumer Lammtags, Bauer John Petersen, führte, mit Schaffutter im Eimer, das erste Föhrer Schafrennen an und lockte damit eine kleine Herde über die Ziellinie. Petersen hatte sich wieder einmal etwas Besonderes einfallen lassen. „Die Idee stammt aus England, die habe ich dann übernommen“, berichtete er und verwandelte sein Heimatdorf vorübergehend in ein Oevenumer Ascot, nur eben mit Schafen statt mit Pferden. Tagelang hat er vorher mit seinen Renn-Schafen auf dem Parcours geübt, denn anfangs wollten die Tiere überhaupt nicht einsehen, warum sie die eingezäunte Strecke entlang laufen sollten, anstatt mit dem Rest der Herde in Ruhe zu grasen.

Doch pünktlich zum Lammtag klappte alles wunderbar, und selbstverständlich fehlten dann auch die Jockeys nicht, die, nachdem sie als Kuscheltiere längst ausgedient hatten, ihrer wahren Bestimmung zugeführt wurden. Wenn auch der eine oder andere „Reiter“ nicht ganz so sattelfest war – der Spaß für Groß und Klein war gewährleistet, und die Freude war doppelt groß, wenn auf das richtige Schaf gewettet worden war. Wer falsch gelegen hatte, konnte sein Wettglück beim Gewichtschätzen des Schafbocks erneut auf die Probe stellen.

Vor allem Familien mit Kindern fühlten sich vom Lammtag angesprochen und genossen das Streicheln und Bestaunen unterschiedlichster Schafrassen und informierten sich über den Weg von der Schur bis zur fertig versponnen Wolle. Offensichtlich ist das Schaf auch als Fleischlieferant sehr begehrt – die lange Schlange vor dem Grillstand bewies es. Nicht satt sehen hingegen konnten sich Fleischesser wie Vegetarier an der Arbeit der sensiblen Hütehunde.

Trachtentänzerinnen und Line-Dancer hatten ihre Unterstützung zugesagt und sorgten für weitere Höhepunkte am sonnigen Lammtag, so dass nun nur noch eine Frage offen ist, nämlich: Welche außergewöhnliche Idee wächst derzeit in John Petersens Kopf für das nächste Fest rund ums Schaf?

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