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shmf : Religiöse Gefühle und fröhliche Lieder

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Das A-capella-Ensemble Quartonal begeisterte bei seiner Föhr-Premiere das Publikum in der Boldixumer Kirche. Dabei erklangen Werke von Mendelssohn genauso wie Plattdeutsches.

Es sei ihr erster Inselauftritt, verrieten die Mitglieder des Ensembles Quartonal, das im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals den Zuhörern in der Boldixumer St. Nicolai-Kirche einen bunten Liederstrauß überreichte. 2006 aus vier ehemaligen Mitgliedern der Chorknaben Uetersen gegründet, servierte Quartonal ein umfangreiches musikalisches A-cappella- Menü auf sehr hohem Niveau, das die Föhrer Zuhörer begeisterte.

Die beiden Tenöre Mirko Ludwig und Florian Sievers, Bariton Christoph Behm und Sönke Tams Freier als Bass bewiesen bereits im ersten Programmteil ihre Vielfalt: Felix Mendelssohns „Beati mortui“ und „Periti autem“ wie auch die Spirituals „Didn’t My Lord Deliver Daniel“ und „Let My People Go“ oder Francis Poulencs Gebete an den Heiligen Franz von Assisi, die allesamt den Ausdruck religiöser Gefühle und Demut in sich trugen, berührten das Auditorium ebenso wie das weitere Themenfeld, das sich mit Wandern und Aufbruch auseinandersetzte. Das vom englischen Komponisten Graham Lack geschriebene Stück „Demesnes“ sowie Thomas Jones’ „Another Way“ wurden extra für „Quartonal“ geschrieben und bringen, genauso wie „The Vagabond“ von Ralph Vaughan Williams, eine romantische Leidenschaft zum Ausdruck, der sich die philosophische Frage anschließt: Welchen Lebensweg wähle ich?

Einen fröhlichen, lockeren Auftakt nach der Pause präsentierten die Künstler mit Mendelssohns „Zigeunerlied“ und der tragikomischen Geschichte des verliebten Gänserich („The Gosling“ von Frederick Bridge). Einmal mehr bewiesen die Sänger, dass auch das Fröhliche überzeugend, ja geradezu mitreißend überbracht werden konnte. Plattdeutsches Liedgut („Lütt Anna Susanna“ und „De Hamborger Kocksmaat“ von Hellmut Wormsbächer) ist für Norddeutsche ein ganz besonderes „Leckerli“ und wurde so erfrischend gesungen, dass manch ein Zuhörer auf dem Heimweg noch summte. Dabei zeigten die Musiker, dass mit entsprechender Mimik, aber gleichbleibender Stimmpräzision, ein Publikum zum Brodeln gebracht werden kann.

Dreimal wurde daher auch das letzte Lied angekündigt, denn ohne Zugaben hätte das Quartett Kirche und Insel nicht verlassen dürfen.



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