wunderschöne luftbilder : Regisseurin erfüllt sich ihren Traum

Verbrachten eine Woche auf Amrum: Silke Schranz und Christian Wüstenberg.
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Verbrachten eine Woche auf Amrum: Silke Schranz und Christian Wüstenberg.

Silke Schranz stellte ihren Film „Nordsee von oben“ im neuen Amrumer Kino vor. Die Zuschauer waren begeistert, denn die atemberaubenden Bilder sorgten für Gänsehaut-Feeling.

shz.de von
05. Juni 2014, 20:30 Uhr

Als für Silke Schranz ein Traum in Erfüllung geht, sehen ihr 102 Gäste erwartungsvoll ins Gesicht. Die Regisseurin von „Nordsee von oben“ erzählte im bis auf den letzten roten Plüschsessel ausgebuchten Saal 1 im „Lichtblick“-Inselkino gemeinsm mit ihrem Partner und Mitregisseur Christian Wüstenberg von der Idee, einen Nordsee-Film nur von oben zu machen, und das Glück, ihn nun endlich auf Amrum live präsentieren zu dürfen. Schranz verbrachte als Kind auf „ihrer“ geliebten Insel 15 Sommerurlaube und spurtete regelmäßig nach dem Strandkorb-Tag ins Kino, um „Bud Spencer hoch und runter“ zu gucken. Dass sie nun an fast genau gleicher Stelle selbst mal steht und einen eigenen Film zeigt, „ist schon ein Traum“. Die beiden verbringen gerade gemeinsam mit Wüstenbergs Schwester und Schwager eine Woche auf der Insel.

Christian Wüstenberg, der aus Otterndorf stammt, war noch, bevor er den Film vertonte, zwei Wochen bei „Muddern“, weshalb sich ein herzlich-schnodderiger Slang durch die eineinhalb Filmstunden zieht. „Odderndorf, halt“, lacht der Nun-Frankfurter.

Nordsee von oben also: wunderschöne Luftbilder, gefilmt mit der weltbesten Helikopterkamera, angefangen an der Ems, über die ostfriesischen Inseln und die größte zusammenhängende Wattlandschaft der Welt bis nach Sylt mit zwei Abstechern nach Hamburg und Helgoland. Als der Amrumer Leuchtturm klar-rot-weiß in den Blick fliegt, atmen die Gäste im Saal hörbar ein. Klar: Unser Amrum. Und als fast zum Schluss die Sonne hinter dem Leuchtturm von Westerheversand im Meer versinkt, haben viele Gänsehaut. So schön.

Fragen gab es genug zu beantworten an diesem Freitagabend. „Wie kommt der Ton in den Film?“, war eine der ersten, denn Töne hätte man bei dem Krach des Helikopters natürlich nicht gleich mit aufzeichnen können. Dafür sind Schranz und Wüstenberg alle Stationen nachgereist, sind mit ihrem Mikro der Vogelwärterin auf der Insel Trischen durchs Gras und dem Sulky-Fahrer durchs Watt gefolgt und haben jede Kirchenglocke live erlebt. Fast unvorstellbar auch die Zoomkraft des Kamera-Objektivs mit 30-Zentimeter-Linse. „Das muss sein“, sagt Wüstenberg, „weil im Naturschutzraum Wattenmeer filmen unter 1000 Höhenmetern gar nicht erlaubt ist“. Dank tollster Technik dürfen wir also Kegelrobben fast hautnah erleben und wissen sicher, die großen Raubtiere haben den Helikopter bestimmt nicht gehört.

Dann gab es noch Antworten auf drei dringende Fragen, die zwar nichts mit Nordsee aber ganz viel mit dem alten Inselkino zu tun haben, weshalb hier auch Ralf Thomsen geantwortet hat, seit 26 Jahren Betreiber des „Lichtblick“. Also: Die alten Filmprojektoren laufen jetzt in der Schweiz, die alte Bestuhlung wurde von Insulanern geplündert und ziert nun verschiedene Wohnräume und das Klavier wird in einem dänischen Studentenwohnheim liebevoll von einem Amrumer bespielt. Schönes Ende. Wer sich an den Bildern nicht sattsehen konnte: Der Film ist den ganzen Sommer über im Inselkino „Lichtblick“ zu sehen.

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