Föhr : Regierungsbildung im Rekordtempo

Die neue Dorf-Regierung: Bürgermeister Johannes Siewertsen mit dem ersten Stellvertreter Frerk Jensen (li.) und dem zweiten Stellverterter Sönke Hinrichsen (re.).
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Die neue Dorf-Regierung: Bürgermeister Johannes Siewertsen mit dem ersten Stellvertreter Frerk Jensen (li.) und dem zweiten Stellverterter Sönke Hinrichsen (re.).

In Alkersum und Nieblum konstituieren sich die Gemeindevertretungen. Die Bürgermeister Johannes Siewertsen und Friedrich Riewerts bleiben im Amt.

shz.de von
14. Juni 2018, 12:00 Uhr

Alkersum ist die erste Föhrer Gemeinde, die nach der Kommunalwahl wieder eine Regierung bekommen hat. Um 19.09 Uhr am Dienstag war es soweit: Der bisherige Dorf-Chef Johannes Siewertsen, der zuvor einstimmig bestätigt worden war, legte seinen Amtseid ab.

Nur 20 Minuten später, um 19.34 Uhr, war auch Nieblums langjähriger Bürgermeister Friedrich Riewerts wieder in Amt und Würden. Nur vier Minuten hatten die Nieblumer gebraucht, um das Wahl-Prozedere hinter sich zu bringen. In dieser Zeit hatte Riewerts die fünf neuen Mitglieder der Gemeindevertretung begrüßt und erzählt, wie er sich freue, dass sich jetzt so viele junge Dorfbewohner in der Kommunalpolitik engagieren wollen, hatte das Wort an „Alterspräsidentin“ Holle Paulsen abgegeben, die hatte die Formalien erklärt, nach Vorschlägen gefragt, wählen lassen (das Ergebnis fiel einstimmig aus), Riewerts die Ernnenungsurkunde überreicht und ihm den Amtseid abgenommen. „Dieses Amt macht eine Menge Arbeit und Ärger, es ist aber auch eine Ehre“, bedankte der sich für die Wiederwahl. In der alten Gemeindevertretung sei so gut wie nie gestritten worden, man habe immer gemeinsam versucht, Nieblum voranzubringen. „Jetzt freue ich mich auf die gute Zusammenarbeit in den nächsten fünf Jahren“, sagte er.

Auch in Alkersum war dieses Mal eine Frau ältestes Mitglied des Gremiums. Kerrin Nickelsen hatte hier die Bürgermeisterwahl geleitet und das Gemeindeoberhaupt in sein Amt eingeführt. Johannes Siewertsen verwies darauf, dass die Zusammenarbeit in der alten Gemeindevertretung harmonisch verlaufen sei, und er wünschte sich, dass dies auch in Zukunft so bleiben möge. Zu seinen Stellvertretern wurden per Handzeichen und ebenfalls einstimmig Frerk Jensen und Sönke Hinrichsen gewählt.

Wichtigste Amtshandlung der Bürgermeister war dann in beiden Sitzungen die Verpflichtung der neuen und der wiedergewählten Gemeindevertreter per Handschlag. Mit Wahlen ging es weiter, denn es galt, die Vertreter in verschiedenen Gremien zu bestimmen. Aus beiden Gemeinden wird, weil es die Satzungen dieser Gremien so vorschreiben, dem Amtsausschuss, dem Museumszweckverband und dem Tourismusverband Föhr der Bürgermeister angehören, vertreten wird er von seinem ersten Stellvertreter.

Dem Wasserbeschaffungsverband (WBV) wird Martin Juhl für Alkersum angehören, er wird von Sönke Hinrichsen vertreten. Für Nieblum wurden in den WBV Friedrich Riewerts und als Stellvertreter Ocke Ketels entsandt. Dem Forstbetriebsverband werden für Alkersum Jan Carstensen und als Vertreter Börge Ketelsen angehören, für Nieblum wird Mitglied Riewerts von Jörg Clausen vertreten.

Dem Alkersumer Ausschuss zur Prüfung des Jahresabschlusses gehören Frerk Jensen, Svenja Rörden und Kerrin Nickelsen an. Den Wahlpüfungsausschuss bilden Sönke Hinrichsen, Ellin Hansen und Kerrin Nickelsen. Die Gemeindevertreter sprachen sich dafür aus, den Bau- und Wegeausschuss nicht mehr zu besetzen, da dessen Themen gemeinsam besprochen werden. Dieser Ausschuss soll bei der nächsten Sitzung aus der Hauptsatzung gestrichen werden.

Und dann gab es für das neue Alkersumer Dorfparlament auch schon das erste „richtige“ Thema: Der Bürgermeister berichtete von den zur Zeit laufenden Unterhaltungsarbeiten an den Wegen, für die Alkersum 45 000 Euro aufbringe. Er habe vor, kündigte Siewertsen an, die Ergebnisse mit einem Messrad zu überprüfen.

In Rekordzeit hatte Nieblum die Bürgermeisterwahl über die Bühne gebracht, die Wahl des ersten Stellvertreters von Friedrichs Riewerts dauerte umso länger. Hier gab es zwei Kandidaten, weshalb Riewerts für geheime Abstimmung plädierte. „Für die künftige Zusammenarbeit ist das besser, wenn keiner weiß, wer wie gestimmt hat“, begründete er dieses Ansinnen. Schnell fertigte Amtsmitarbeiterin Petra Querfurth-Göttsche Stimmzettel an und Riewerts holte die große Wahlurne und die zusammenklappbare Wahlkabine herein, die sonst bei Gemeinde-, Landtags- oder Bundestagswahlen aufgebaut werden. Ausgezählt war dann im Flug. Newcomer Boy Rethwisch (sieben Stimmen) setzte sich klar gegen den „alten Hasen“ Hauke Brett (eine Stimme) durch, ein Gemeindevertreter enthielt sich.

Klare Kante dann wieder bei der Wahl der zweiten stellvertretenden Bürgermeisterin. Vorgeschlagen und per Handzeichen einstimmig gewählt wurde Tanja Greggersen. In den Nieblumer Rechnungsprüfungsausschuss wurden Greggersen, die diesem Gremium bisher schon vorstand, sowie Jörg Clausen und Ocke Ketelsen gewählt, dem Wahlprüfungsausschuss werden neben Holle Paulsen Kai Jensen und Broder Jensen angehören.

Fünf Gemeindevertreter und zwei bürgerliche Mitglieder hat der Nieblumer Kurausschuss. Und für den hatte Friedrich Riewerts bereits konkrete Pläne: „Ich würde da gerne jetzt noch mal zwei Jahre den Vorsitz übernehmen und den dann, wenn er sich eingearbeitet hat, an meinen Stellvertreter abgegeben. Also wäre es gut, wenn ihr Boy und mich schon mal wählen würdet“. Ein Ansinnen, dem die Gemeindevertreter zustimmten, die als Mitglieder aus ihren Reihen außerdem Kai Jensen, Tanja Greggersen und Hauke Brett in diesen Ausschuss wählten. Als bürgerliches Mitglied wurde Dirk Hückstädt bestätigt. Als neues bürgerliches Mitglied wählten die Gemeindevertreter mit Michaela Gran, die bei der Föhr Tourismus GmbH beschäftigt ist, eine Fremdenverkehrs-Fachfrau – allerdings in Abwesenheit. Sollte Gran ihrer Wahl nicht zustimmen, müsste dieser Posten in der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung noch einmal besetzt werden.

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