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Insel-Bote

22. Oktober 2017 | 06:58 Uhr

RDC kämpft weiter um Trassen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der DB-Konkurrent hofft auf Fahrten, die eigentlich für den Nahverkehr gedacht waren

von
erstellt am 28.Okt.2015 | 17:17 Uhr

Der Kampf um den Hindenburgdamm geht weiter: Der DB-Konkurrent RDC kämpft weiter darum, ab Mitte Dezember mehr Autozug-Fahrten zwischen Westerland und Niebüll anbieten zu können. Beim Vergabeverfahren hatte RDC den Kürzeren gezogen - nach dem aktuellen Stand darf das Unternehmen deutlich weniger Fahrten als die Deutsche Bahn anbieten.

In einem weiteren Versuch, doch noch mehr sogenannte Trassen zu bekommen, hatte RDC nun beantragt, Fahrten zugesprochen zu bekommen, die eigentlich für den Nahverkehr gedacht waren. Da die Nord-Ostsee-Bahn zu diesen Zeiten aber nicht fahren wird, könnte theoretisch ein anderes Unternehmen Züge über den Damm rollen lassen. So zumindest lautet die Argumentation von RDC. Die DB Netz AG, die für die Vergabe von Trassen zuständig ist, hat dieser Argumentation dagegen nicht stattgegeben: Sie sagt, dass zu diesen Zeiten die Verladestationen in Niebüll und Westerland höchstwahrscheinlich nicht genutzt werden können - sie könne RDC keine Trassen zusprechen, die voraussichtlich gar nicht gefahren werden können. Mit diesem Konflikt hat sich nun jüngst das Verwaltungsgericht Köln auseinander gesetzt. Dort hat man RDC größtenteils Recht gegeben: Es sei „das unternehmerische Risiko der RDC GmbH, ob es eine Trasse annehme, die möglicherweise nicht in Anspruch genommen werden könne, weil kein Platz in den Verladestationen zur Verfügung stehe“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Carsten Carstensen, Geschäftsführer von RDC, geht nun davon aus, dass „sich jetzt alle Unternehmen an den Tisch setzen und prüfen, was technisch möglich ist“. Sollte sein Unternehmen durchgesetzt bekommen, dass es wirklich Nahverkehrstrassen fahren darf, würde RDC täglich neun bis elf Fahrten pro Richtung anbieten.

Gleichzeitig geht es in diesem Konflikt aber auch um Verfahrensweisen, wann und wie die DB Netz Trassen vergeben, beziehungsweise ablehnen darf. Da in diesem Bereich noch Unklarheiten herrschen, wird die DB Netz gegen das Kölner Urteil Beschwerde beim Oberverfassungsgericht einlegen, sagte ein DB-Sprecher gestern.

Fest steht zum jetzigen Zeitpunkt recht wenig: Ob RDC wirklich mehr Fahrten anbieten kann, oder es aufgrund der Terminalbelegung wirklich nicht geht, ist auch noch unklar.

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