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In Wyk : Rad- und Fußweg wird zum Ärgernis

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Zündstoff: Ein Sandweg an der Landesstraße wird derzeit von den Anliegern als Zufahrt zu ihren Häusern genutzt und soll für Autos geschlossen werden.

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erstellt am 10.Sep.2015 | 09:00 Uhr

Ein unscheinbarer Sandweg, der parallel zum Fehrstieg zur Landesstraße führt, erregt derzeit die Gemüter und beschäftigt Wyks Politiker. Der als Fuß- und Radweg ausgeschilderte Sandstreifen dient Anliegern, deren Grundstücke in zweiter Reihe zum Fehrstieg liegen, als Zufahrt zu ihren Häusern. Ein allseits bekanntes Vorgehen, das in der Vergangenheit stillschweigend geduldet wurde. Nun aber besteht Handlungsbedarf, hat die Stadt den Anliegern mitgeteilt, den Weg zum Ende des Monats für Autofahrer zu schließen.

Auslöser waren die Anwohner selbst, die damit wohl ein Eigentor geschossen haben. Denn erst Beschwerden über den Zustand des Weges und die unglückliche Zufahrtsituation zur Landesstraße brachten die Politiker auf den Plan. In der Tat ist die Ecke schwer einsehbar und deshalb für Fußgänger und Radfahrer gefährlich. Eine Verkehrsschau mit den für die Landesstraße zuständigen Behörden vom Kreis und vom Land ergab folgerichtig, dass die Wegeverbindung für Autos aus Sicherheitsgründen gesperrt werden muss. Zudem erlaube der geringe Abstand von nur einer Bautiefe zum Fehrstieg aus rechtlichen Gründen keine Zufahrt.

Der Protest war programmiert und ließ nicht lange auf sich warten. Dabei haben grundsätzlich alle Anlieger eine Zufahrt zum Fehrstieg, wenn diese auch in einigen Fällen mit Carports, Terrassen oder Blumenbeeten zugebaut worden sind. Dass es allerdings zwei Ausnahmen gibt, sorgt auch bei den zuständigen Behörden für Stirnrunzeln. Zum einen gibt es für eine Mittelscheibe eine Genehmigung von 1968 für eine Garage – mit Zuwegung zum Sandweg. Welche Ansprüche sich daraus für den Eigentümer ableiten lassen, wird derzeit geprüft.

Noch skurriler ist die Lage bei einer weiteren Mittelscheibe. Diese gehört Norbert Wagner und ist an ein Föhrer Ehepaar vermietet. Das Ehepaar Wagner nutzt das dazugehörige Gartenhaus. Auch hier gibt es eine Genehmigung für eine Garage. Der Fehrstieg ist von hier aus unerreichbar, die Anfahrt ist von dem Nebengebäude her nicht möglich. Wagner kann nur über den Sandweg fahren, es sei denn, er durchquert das Wohnzimmer seiner Mieter. Hintergrund: Die Genehmigung erfolgte in einem vereinfachten Verfahren, das Kreisbauamt hatte die Erschließung nicht zu prüfen. Dass diese sichergestellt ist, sei Sache des Bauherren oder des Architekten, sagt Ulrich Schmidt, Leiter des Föhrer Bauamtes. Befremdlich sei allerdings, so Schmidt, dass es in der Bauakte keinen Vorgang gibt. Mit einem Fehler des Kreisbauamtes erklärt Hans-Martin Slopianka, Pressesprecher des Kreises Nordfriesland, die versäumte Beteiligung der Stadt Wyk an dem Verfahren. Der allerdings keine Auswirkungen auf die erteilte Baugenehmigung habe, die auch weiterhin gelte.

Verfahrensfehler, die Norbert Wagners Enttäuschung nicht mindern. „Ich habe das Grundstück unter bestimmten Voraussetzungen erworben und es ergibt für mich nur einen Sinn, wenn ich hier mit dem Auto reinfahren kann.“ Unterschriften hat er gesammelt, und Gespräche mit Wyks Bürgermeister Paul Raffelhüschen geführt. Nachdem diese zu keinen Ergebnissen führten, schaltete er einen Anwalt ein und schließt – sollte es zu keiner Einigung kommen – eine Klage nicht aus. Dabei hofft das Ehepaar auf eine gütliche Einigung: Der Weg könne so bleiben wie er ist, betont Friederike Wagner, die Anwohner würden den Weg instand halten, für ein Schild „Anlieger frei“ Geld zusammenlegen und auch die Kosten für einen Spiegel übernehmen, „denn die Gefahrensituation erkennen wir auch“.

Derweil verweist Slopianka auf ein Treffen der unteren Bauaufsichtsbehörde mit dem insularen Bauamt Anfang Oktober. Dann sollen das Problem der Erschließung der beiden Grundstücke über den Sandweg und die dadurch entstehenden Fragen der Verkehrssicherheit bei der Einmündung in die Landesstraße besprochen werden. In einem weiteren Schritt würde gegebenenfalls der Landesbetrieb für Straßen und Verkehr einbezogen. Bis dahin soll gemeinsam mit der Stadt Wyk überprüft werden, ob nur diese beiden Grundstücke laut ihren Baugenehmigungen nicht über den Fehrstieg, sondern den Sandweg erschlossen werden, oder ob dies auch auf weitere Grundstücke zutrifft, kündigt Hans-Martin Slopianka an.

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