Friesenmuseum in Wyk : Publikumsmagnet am Rebbelstieg

Das Carl-Haberlin-Friesenmuseum erfreut sich bei Feriengästen großer Beliebtheit.
Das Carl-Haberlin-Friesenmuseum erfreut sich bei Feriengästen großer Beliebtheit.

In der Jahresversammlung des Museumsvereins erfuhren die Mitglieder von positiven Besucherzahlen. Eine Satzungsänderung wurde einstimmig beschlossen: Museumsleiterin gehört nun dem Vorstand an.

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02. Juli 2015, 09:00 Uhr

Die erfolgreiche Zertifizierung des Carl-Haeberlin-Friesenmuseums war einer der Punkte, die Museumsleiterin Jutta Kollbaum-Weber in ihrem Rückblick auf 2014 im Rahmen der Jahresversammlung des Museumsvereins ansprach. Ein wichtiger Punkt, denn damit ist das Haus am Rebbelstieg eines von sechs zertifizierten Museen in Schleswig-Holstein.

Hintergrund sei eine angestrebte Professionalisierung, mit der auch Verpflichtungen einhergingen, erläuterte Kollbaum-Weber. So muss die veraltete Exponat-Beschriftung modernisiert werden und auch die Depot-Situation war kritisiert worden. Hier hofft die Museumsleiterin mit der anstehenden Renovierung des Haus Jansen in der Badestraße auf Entlastung. Dort soll im Erdgeschoss eine Kombination aus Café und Ausstellung entstehen. Da die oberen Räume aufgrund der steilen Treppen und der geringen Deckenhöhe für den Publikumsverkehr nicht geeignet sind, könnten hier künftig nicht gezeigte Exponate aufbewahrt werden. Wann mit der Renovierung begonnen werden kann, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. Projektgelder erhofft sich Kollbaum-Weber im Rahmen des Förderprogramms „ITI Westküste“, alternativ könnte bei der Aktivregion Uthlande Unterstützung beantragt werden. Zudem habe die Eilun-Feer-Stiftung 200  000 Euro für die Finanzierung zugesagt.

Neben diesem großen Projekt stehen im Friesenmuseum weitere an. So soll in der Gulfscheune eine Dauerausstellung installiert werden, in der an das landwirtschaftliche Museum in Oevenum erinnert und das Thema Landwirtschaft auf Föhr in den Fokus gerückt werden soll. Präsentiert werden Exponate aus der Sammlung Ingke und Heie Martens-Sönksens, ergänzt um Thementafeln und Filmaufnahmen.

Knapp 28  000 Besucher zählte das Haus im vergangenen Jahr, das sich damit auf dem Niveau von 2013 bewegte. Zahlen, die auch dem Einsatz der ehrenamtlichen Unterstützer zu verdanken seien, denen Jutta Kollbaum-Weber dankte. Ob der Nachbau der Mühlenflügel der Bockwindmühle (Uwe Lorenzen), ein Rosenbogen in Überlänge (Harry Asbahr) oder Anstreicharbeiten am Haus Olesen und die Renovierung des Schildes „Drie Süsters“ (Dieter Völker): sie alle tragen zum Erfolg bei. Wie auch der Rosenzüchter Thorsten König aus Herdeke, der sich erneut des Rosengartens angenommen hatte, der Grafiker Jörg Stauvermann, auf dessen Initiative eine ungeplante Sonderausstellung mit Küstencartoons zustande gekommen war, und Usche Meuche. Sie hatte auch im vergangenen Jahr unermüdlich die Besucher durch das Haus Olesen geführt.

Lobend hob die Museumsleiterin auch die gute Zusammenarbeit zwischen dem Museumsverein und dem Zweckverband als Träger der Einrichtung hervor. Letzter investiere regelmäßig in das Museum; in diesem Jahr für Gartenlampen und LED-Strahler, die Erneuerung von Gartenwegen, einen Laptop zur Inventarisierung und Reparaturen am Reetdach. Einige Impressionen über das wiederum sehr gut besuchte Museumsfest und den erfolgreichen Weihnachtsmarkt rundeten den Bericht ab.

Mit einem interessanten Vortrag wartete Professor Volkert Faltings auf. Der Autor der neuen Museumsschrift, die gemeinsam mit der Fering-Stiftung veröffentlicht wurde, berichtete über Noten, die in den Archiven des Friesenmuseums geschlummert hatten. Ein Beitrag über den kulturhistorischen Hintergrund der Musikgeschichte Föhrs.

Schließlich standen auch Wahlen auf der Tagesordnung. Die Kassenwartin Helga Köhler wurde in den Museumsruhestand verabschiedet; für sie wurde Andreas Jensen in den Vorstand des Museumsvereins gewählt. Dem künftig auch der jeweilige Museumsleiter als stimmberechtigtes Mitglied angehört. Die nötige Satzungsänderung wurde einstimmig ohne Enthaltung beschlossen. Diese sei nötig, betonte Jutta Kollbaum-Weber, „um die Kommunikation zwischen Zweckverband und Museumsverein mit dem Leiter als Mittler auch weiterhin zu gewährleisten“. Auch wenn dieses enge Verhältnis in den vergangenen 20 Jahren ein unausgesprochenes Selbstverständnis war, sollte es sich auch formal in der Satzung des Museumsvereins ausdrücken.

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