Widerstand in Nordfriesland : Proteste in Humptrup: Aktionen gegen Westküstenleitung beginnen

Die Gruppe will verhindern, dass die Masten nicht durch ein Landschaftsschutzgebiet führen.
Die Gruppe will verhindern, dass die Masten nicht durch ein Landschaftsschutzgebiet führen.

Eine Gruppe will dafür sorgen, dass geplante Stromleitungen anders als geplant verlaufen. Dienstag starten Aktionen.

von
04. Juni 2018, 19:34 Uhr

Humptrup | Eine Gruppe Humptruper will verhindern, dass der letzte Abschnitt der sogenannten Westküstenleitung durch ein Landschaftsschutzgebiet verläuft. Die Bürgerinitiative mit dem Namen „Keine 380-Kilovolt-Trasse“ hatte sich vor rund einer Woche offiziell gegründet. Die zwölf Mitglieder kritisieren, dass die Trasse, die von Klixbüll bis zum dänischen Endrup nahe Esbjerg führen soll, westlich von Humptrup (Kreis Nordfriesland) durch das Schutzgebiet Wiedingharder- und Gotteskoog führen soll.

Ziel der Initiative ist es jetzt, Unterschriften zu sammeln, um durchzusetzen, dass die rund 15 Kilometer lange Leitung an anderer Stelle verläuft. Durch die Leitungen auf rund 60 Meter hohen Masten soll in Zukunft erneuerbarer Strom von Deutschland nach Dänemark fließen können und umgekehrt. Verantwortlich ist der Netzbetreiber Tennet mit Sitz in Bayreuth.

Wohnwert soll erhalten bleiben

„Wenn die Trasse bei uns jetzt nicht verhindert wird, wird diese über Generationen hinweg bestehen bleiben“, teilte Manfred Probstmeyer, Sprecher der Gruppe, mit. Das Gebiet stelle einen der wichtigsten „charakteristischen und landschaftsbildlich hervorzuhebenden“ Lebensräume im Kreis Nordfriesland dar und müsse so erhalten werden, wie es in der Landschaftsschutzgebiets-Verordnung festgeschrieben ist. Dort oberirdische Leitungen sowie Masten aufzubauen, sei nicht zulässig.

Eine 60 Meter hohe Strommastenanlage würde den „Wohnwert mindern und auch einen Wertverlust der Immobilie bedeuten“, heißt es in einem Schreiben der Initiatoren. Die Gruppe schlägt daher vor: , dass die Hochmastentrasse von Klixbüll östlich der B 5 bis zur dänischen Grenze verläuft. Die Trasse würde durch schon vorhandene Windparks laufen und „dort subjektiv geringer wahrgenommen als im freien Land“.

Ab heute, 5. Juni, wollen die Mitglieder an alle Haushalte Flugblätter mit ihren Argumenten gegen die 380 KV-Trasse verteilen, auf denen die Humptruper unterschreiben können. Die Signaturen sollen am 15. Juni an das Ministerium für Energiewende in Kiel übergeben werden.

Netzbetreiber versteht Besorgnis

Für die Aktion der Bürger zeigt Tennet Verständnis: „Für uns sind Hinweise einer Bürgerinitiative genauso wichtig und wertvoll wie alle anderen Hinweise aus der Bevölkerung auch“, teilte Peter Hilffert, Referent für Bürgerbeteiligung, mit. Das Unternehmen wolle jetzt das Gespräch mit der Bürgerinitiative suchen – man sei an einem Dialog interessiert. Einen präferierten Korridor oder „Trassenverlauf, der vorgeschlagen werden kann“, gäbe es in diesem Planungs-Stadium noch nicht. Die Varianten der Stromtrassenführung hatten Kieler Energiewendeministerium (Melund), die Deutsche Umwelthilfe (Duh) und Tennet vor rund drei Wochen in Humptrup vorgestellt (wir berichteten).

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen