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Geburtshilfe auf Föhr : Protest mit ganz viel Kulturprogramm

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die „Initiative Inselgeburt“ will mit einem Aktionstag gegen die Kreißsaal-Schließung in der Inselklinik demonstrieren. Dazu werden noch Akteure gesucht.

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erstellt am 23.Jun.2016 | 12:30 Uhr

Sollten die Verantwortlichen für die im vergangenen Oktober erfolgte Schließung des Wyker Kreißsaals gehofft haben, dass die Proteste mit der Zeit nachlassen, so haben sie sich geirrt. Ganz im Gegenteil drehen die Insulaner gerade noch einmal richtig auf.

Da ist einmal Tankwagenbesitzer Markus Herpich, der seinen Lastzug pünktlich zum Ausscheiden des Klinikgeschäftsführers umdekoriert hat und jetzt seinen Protest an den Aufsichtsratsvorsitzenden des nordfriesischen Klinikums, Landrat Dieter Harrsen, richtet.

Und da ist die „Initiative Inselgeburt Föhr-Amrum“, gegründet von Föhrern im besten Großeltern-Alter, die nicht hinnehmen wollen, dass schwangere Insulanerinnen sich jetzt schon lange vor dem errechneten Geburtstermin auf dem Festland einquartieren und dort, fern von Partner, bereits vorhandenen Kindern, Freunden und Familie ihre Babys bekommen sollen. Diese Initiative, zu der inzwischen längst auch viele jüngere, unmittelbarer Betroffene gestoßen sind, will am 17. Juli mit einem großen Aktionstag auf dem Rathausplatz für ihr Anliegen, Geburten auf der Insel wieder möglich zu machen, demonstrieren.

Bei einem ersten Vorbereitungstreffen war der Saal im „Wrixumer Hof“ gut gefüllt. Michael Steuer, der an diesem Aktionstag die Moderation übernehmen wird, stellte Programmpunkte vor, die bereits festgezurrt sind und berichtete von weiteren Ideen, für die noch Mitwirkende gesucht werden.

„Es wäre nicht das erste Mal, dass Bürgerbewegungen in Deutschland Grundlegendes erreichen“, setzen Steuer und seine Mitstreiter darauf, dass sie mit ihrem Aktionstag, „der ganz viel Wirbel machen soll“, noch einmal eine Diskussion in Gang setzen können. Und sie haben dafür prominente Unterstützer gefunden: Die Gruppe „Stanfour“, deren Bandmitglieder Konstantin und Alexander Rethwisch von Föhr stammen, habe einen Auftritt zugesagt, weitere bekannte Künstler, die eine Beziehung zu den Inseln Föhr und Amrum haben, seien angefragt worden. Doch vor allem sollen Föhrer und Amrumer das Kulturprogramm gestalten, das an diesem Tag die Redebeiträge umrahmen soll, in denen Gegnern und Befürwortern der Kreißsaal-Schließung die Gelegenheit zu Stellungnahmen gegeben wird.

Michael Steuer, Renate Sieck, Mechthild Midderhoff, Silke Jensen, Friedrich Amfalden und Jens Jacobsen sprudeln nur so vor Ideen, für deren Umsetzung allerdings neben der bereits zugesagten Bühne und professionellen Tontechnik vor allem eins benötigt wird: viele Akteure von beiden Inseln. Ob emotionale Ansprachen von betroffenen Müttern, Vätern und Geschwisterkindern, Sketche, Auftritte von Musik- und Trachtengruppen oder pantomimische Walk Acts – sollten alle Ideen umgesetzt werden, könnte das Programm locker mehr, als die bisher angepeilten zwei Stunden füllen.

Die Organisatoren wollen nicht nur selbst Leute ansprechen, sondern hoffen auch auf viele „Freiwillige“, die sich bei ihnen mit der Bereitschaft mitzumachen und vielleicht auch eigenen kreativen Ideen melden.

So hofft die Initiative, mit ihrer Veranstaltung an einem Fischmarkt-Sonntag in der Hochsaison auf einem zentralen Wyker Platz nicht nur Insulaner, sondern vor allem auch Gäste anzusprechen und um Unterstützung für ihr Anliegen zu werben.

Eine Unterstützung, die ihr die Politiker bislang versagen. „Wir haben sämtliche Politiker im Land angemailt und ihnen einen offenen Brief geschickt“, berichtete Friedrich Amfaldern. Geantwortet hätten nur der SPD-Fraktionsvorsitzende Ralf Stegner sowie – gemeinsam für die Landtags-CDU – deren Fraktionsvorsitzender Daniel Günther und die nordfriesische Abgeordnete Astrid Damerow. Und in beiden Briefen sei nicht wirklich überzeugend auf das Anliegen der Insulaner eingegangen worden.


Wer sich mit Ideen oder eigenen Beiträgen in den Aktionstag einbringen möchte, sollte sich bis zum 1. Juli melden – entweder bei Silke Jensen per E-Mail (silke.jensen@t-online.de) oder auf der Facebook-Seite „Der Föhrer Kreißsaal muss bleiben“.

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