Verwaltungsneubau Breklum : Pröpste: Anpacken - nicht aussitzen

Stehen für einen Neubau ein, sind dennoch diskussionsbereit: (v. l.) Propst Dr. Kay-Ulrich Bronk, Pröpstin Gisela Mester-Römmer, Propst Matthias Krüger, Hans-Joachim Ihloff, Vorstandsvorsitzender Kirchenkreis Südtondern. Das Haus im Hintergrund würde für den Neubau in Breklum weichen.  Foto: Juliane Kahlke
Stehen für einen Neubau ein, sind dennoch diskussionsbereit: (v. l.) Propst Dr. Kay-Ulrich Bronk, Pröpstin Gisela Mester-Römmer, Propst Matthias Krüger, Hans-Joachim Ihloff, Vorstandsvorsitzender Kirchenkreis Südtondern. Das Haus im Hintergrund würde für den Neubau in Breklum weichen. Foto: Juliane Kahlke

Beim letzten Treffen der Kirchenkreis-Synoden wird kritisch über den Breklumer Verwaltungs-Neubau diskutiert werden. Die Befürworter zeigen sich bereits gesprächsbereit. Sie werden die Kritiker anhören.

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30. Januar 2009, 11:46 Uhr

Breklum | Der zukünftige Kirchenkreis Nordfriesland soll ohne Sand im Getriebe starten. Das wollen die führenden Köpfe der noch bestehenden Kirchenkreise Südtondern, Husum-Bredstedt und Eiderstedt. Vor Medienvertretern standen sie jetzt für den Beschluss eines Verwaltungsneubaus in Breklum ein, zeigten sich gleichzeitig aber für Diskussionen offen. "Wir haben Verständnis für die Kritik", sagte Propst Dr. Kay-Ulrich Bronk, Südtondern. Seitdem die Gesamtkosten von drei Millionen Euro bekannt sind, wird das Vorhaben in den Kirchengemeinden laut kritisiert. Gegner sammeln noch bis zum 1. Februar Unterschriften.
Der Zeitpunkt des Starts ist diskutabel

Der Neubau selbst steht dabei nicht zur Diskussion, da über ihn mit der Überleitungsvereinbarung vom April 2008 bereits beschlossen worden ist. Die Vereinbarung ist bindend, auch für den neuen Kirchenkreis Nordfriesland, wie Norbert Radzanowski, Sprecher der Nordelbischen Kirche, auf Nachfrage unserer Zeitung versichert. Allein der Start-Zeitpunkt ist noch zu regeln, machte Propst Dr. Kay-Ulrich Bronk deutlich.

Im Vorfeld der letzten Sitzung der Kirchenkreise Eiderstedt, Husum-Bredstedt und Südtondern am 7. Februar warb er neben anderen mit Pröpstin Gisela Mester-Römmer, Eiderstedt, und Propst Matthias Krüger für das Drei-Millionen-Projekt.

Ihre Argumente: Bei einem kleinen Mitarbeiterstab seien mehrere Standorte aus technischer Sicht zu aufwendig, warnt auch Verwaltungsleiter Roger Bodin: "Bei 5000 Mitarbeitern mag das gehen. Bei 50 Mitarbeitern ist das nicht sinnvoll." Damit reagierte er auf Argumente der Neubau-Gegner, die vom Nutzen elektronischer Kommunikationsmittel überzeugt sind.
Archiv ist Pflicht

Ein Teil der Kosten fällt ohnehin an. So wird das neue Archiv für ungefähr 400.000 Euro eingerichtet werden. Den Bau schreibt die Nordelbische Kirche vor. Dafür könnte es aus dem Topf der Aktiv-Region jedoch 20.000 Euro geben, sagte Bodin - wenn das Geld bis Juni abgerufen wird.

Bleibt es beim Status Quo, müssten nach Angabe der Runde dennoch 1,5 Millionen Euro aufgebracht werden. Die werden für einen Anbau in Husum für fünf Arbeitsplätze nebst Parkplätzen, die energetische Optimierung von Gebäuden und Ausstattung, Modernisierung sowie Mieten für Container und Säle gebraucht. Allein beim Christian-Jensen-Kolleg würden dann jährlich 10.000 Euro Mietkosten anfallen.

Der Kirche geht es um Effektivität und Effizienz, wie Propst Dr. Bronk sagte. Und das ist seiner Aussage nach kein Widerspruch: "Der menschliche Faktor ist ein Qualitätsfaktor." Die Verwaltung müsse gut arbeiten können. Außerdem würden auch andere von dem Neubau profitieren. Der Saal mit Plätzen für bis zu 100 Personen könne vermietet werden. Das Christian-Jensen-Kolleg habe bereits Interesse signalisiert, ist von dessen früherem Leiter Dr. Bronk zu hören.
"Wir schaffen ein Zentrum"

Den Kirchenführern kommt es auf ein Signal an. Breklum sei ein besonderer Ort. Dort flössen Ideen und Energien zusammen. "Wir schaffen für den Kirchenkreis Nordfriesland ein Zentrum", sagte Dr. Bronk. Das funktioniere jedoch nur, wenn alle drei Synoden es trügen, machte unter anderem Hans-Joachim Ihloff, Vorstandsvorsitzender Kirchenkreis Südtondern, deutlich: "Für solche Investitionen gibt es nur einen glücklichen Zeitpunkt."

Ob die Synodalen der alten Kirchenkreise das auch so sehen, wird sich Anfang Februar zeigen. Entweder sie einigen sich - die Vertreter von Husum-Bredstedt hatten im Herbst 2008 die Umsetzung verzögert - und geben die Realisierung frei. Oder sie vermachen der neuen Synode eine zusätzliche Last und der Sitz der Kirchenkreis-Verwaltung bleibt in Leck. Pröpstin Gisela Mester-Römmer: "Ich hoffe, dass die Entscheidung die alten Synoden treffen." Sollte ihr Wunsch nicht wahr werden, sieht Kollege Matthias Krüger durchaus einen Vorteil: "Mit einer Synode wird es ab Mai einfacher." Dann übernimmt der Kirchenkreis Nordfriesland die Geschäfte.

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