Wyker Innenstadt : Poller weiter nur am Sandwall

Silvesterraketen am Sandwall wollen die Wyker auch weiterhin zulassen.
Silvesterraketen am Sandwall wollen die Wyker auch weiterhin zulassen.

Die Fußgängerzone soll nicht komplett abgesperrt werden. Die Stadt will außerdem kein Geld mehr für „schwarze Sheriffs“ ausgeben.

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29. Januar 2015, 14:30 Uhr

Autos und Radfahrer in der Fußgängerzone – das gehört in der Wyker Innenstadt auch außerhalb der morgendlichen Anlieferzeiten zum vertrauten Bild und beschäftigt die Kommunalpolitiker immer wieder. Zuletzt hatten sich Ausschuss für öffentliche Einrichtungen und Stadtvertretung im Mai 2014 ausführlich mit dem Thema befasst und dem Ansinnen der Ordnungsbehörde, die Innenstadt durch Poller abzusperren, eine Absage erteilt. Poller, so der damalige Beschluss, sollten lediglich – wie schon in früheren Jahren – am Sandwall in Höhe Mittel- und Feldstraße aufgestellt und außerdem zwei zusätzliche Kontrolleure eingestellt werden.

Nach den Erfahrungen, die man in den Sommermonaten mit dieser Lösung gemacht hatte, stand das Thema nun erneut auf der Tagesordnung des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen. Und das Fazit war ernüchternd: Die zusätzliche Verkehrsüberwachung, darin waren sich die Ausschuss-Mitglieder einig, habe nichts gebracht, Autos und Fahrräder seien trotzdem weiter munter durch die Fußgängerzone gefahren. Anlass, in der Sitzung die Poller-Diskussion erneut anzustoßen. Allerdings fand sich, wie schon im vergangenen Frühjahr, keine Mehrheit für eine komplette Absperrung der Fußgängerzone. Mit neun zu einer Stimme bei einer Enthaltung sprach sich der Ausschuss dafür aus, es weiter bei einer Absperrung des Sandwalls außerhalb der Lieferzeiten zu belassen.

Geld für einen zusätzlichen Kontrolleur wollen die Politiker nicht wieder in die Hand nehmen, zumal dieser eigentlich nur gegen den ruhenden Verkehr – sprich Falschparker – einschreiten, aber nicht widerrechtlich durch die Fußgängerzone bretternde Fahrzeuge anhalten darf. „Der Überwacher hat einen schweren Stand und er hat keine Kompetenzen“, beschrieb Bürgermeister Paul Raffelhüschen (CDU) das Dilemma. Darüberhinaus, so warf Heinz Lorenzen (KG) ein, sei es ohnehin seit der Ämterfusion nicht mehr Sache der Stadt, sondern der Amtsverwaltung, Kräfte zur Verkehrsüberwachung einzustellen. Der Bürgermeister, so kam man überein, solle mit diesem Ansinnen beim Amt vorstellig werden.

Nicht nur mit den Verkehrskontrollen in der Innenstadt, auch mit den „schwarzen Sheriffs“, die während der Hauptsaison nachts in Wyk für Ruhe und Ordnung sorgen sollen, waren die Erfahrungen ernüchternd. Ob mit oder ohne Sicherheitsdienst, die Vandalismusschäden seien die gleichen, hieß es in der Ausschuss-Sitzung. Außerdem würden die Zuschüsse, die die Anwohner für die Bestellung des Wachdienstes gäben, von Jahr zu Jahr weniger, berichtete der Bürgermeister. Paul Raffelhüschen ist ohnehin überzeugt davon, dass das Problem nicht Gäste-Jugendliche seien. „Ab dem Tag, wo die Föhrer Kinder wieder zur Schule gehen, ist Ruhe“, hat er beobachtet.

Hohe Kosten, wenig Nutzen – einstimmig sprach sich der Ausschuss deshalb dafür aus, in Zukunft auf dem Wachdienst zu verzichten.

Gute Erfahrungen habe man dagegen damit gemacht, Silvesterfeuerwerk am Sandwall zuzulassen, berichtete Paul Raffelhüschen. „Die Leute haben nun mal Raketen, da hat der Sandwall eine wichtige Ventilfunktion, das hat sich bewährt“, pflichtete Otto-Eberhard Schaefer (KG) ihm bei. Die Ausnahmeregelung für den Sandwall gilt in Wyk schon lange. Inzwischen ist das Amt zuständig, das, nachdem sich die Feuerwehr mit ihrem Wunsch nach einem totalen Abbrennverbot nicht hat durchsetzen können, inselweit Silvesterfeuerwerk an Stränden und Deichen erlaubt, sofern ein Abstand von 200 Metern zu Gebäuden eingehalten wird. Eine aus Sicht der Wyker Ausschussmitglieder sinnvolle Regelung, die sie beibehalten wollen.

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