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Wyker Stadtvertretung : Politiker wollen keinen Plastikmüll – aber auch keinen Beschluss dagegen

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Eigentlich ist Einweggeschirr auf Festen seit über 20 Jahren verboten. Doch die Grünen scheitern mit ihrem Antrag, dieses Verbot noch einmal zu bekräftigen.

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erstellt am 15.Feb.2016 | 16:45 Uhr

Das Verbot der Verwendung von Plastikgeschirr bei öffentlichen Veranstaltungen ist schon über 20 Jahre alt. Doch lange ist es her, dass auf Festen und Märkten das Spülmobil des Bund für Umwelt- und Naturschutz stand und dessen Mitarbeiter im Akkord für Nachschub an sauberem Geschirr sorgten. „Das war ein einträglicher Job“ erinnert sich der Fraktionssprecher der Wyker Grünen, Till Müller an Spülmobil-Einsätze in seiner Schulzeit. Lang ist es her, und wie das so mit alten Verboten ist, irgendwann halten sich immer weniger Leute daran. Besonders ärgerlich für Müller und seine Fraktion ist es, dass sogar bei öffentlichen Veranstaltungen und in von der Stadt verpachteten Lokalen Einweggeschirr verwendet werde. Die Grünen haben deshalb in der jüngsten Sitzung der Wyker Stadtvertretung den Antrag gestellt, den alten Beschluss zur Vermeidung von Plastikmüll noch einmal zu bekräftigen und das Ordnungsamt anzuhalten, dessen Einhaltung künftig wieder strenger zu überwachen.

Im Prinzip konnten alle Fraktionen diesem Ansinnen folgen, doch es wäre nicht die Wyker Stadtvertretung, wenn dem Antrag gleich zugestimmt worden wäre. „Das muss zunächst im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen behandelt werden“, befand Bürgermeister Paul Raffelhüschen (CDU). Man müsse unbedingt vorher mit den betroffenen Gastronomen reden, sonst bestehe die Gefahr, dass in Zukunft touristische Veranstaltungen ausfallen, auf die man nicht verzichten könne, erklärte Peter Schaper (SPD). Schaper organisiert als Betreiber einer Strandbar selbst im Sommer viele Veranstaltungen. Und Dr. Silke Ofterdinger-Daegel (Kommunale Gemeinschaft) wünschte sich, auch Gastronomen und Geschäftsleute mit ins Boot zu holen, um die durch Coffe-To-Go-Becher und Pizzakartons verursachten Müllberge zu vermeiden. Mit neun zu sieben Stimmen wurde der Antrag der Grünen schließlich abgelehnt, einstimmig beschloss man anschließend, ihn im zuständigen Ausschuss ausführlich zu diskutieren.

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