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Insel-Bote

21. August 2017 | 01:09 Uhr

Wyker Hafen : Politiker schlucken Kröte

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der neue Seiteneinstieg kann nicht komplett überdacht werden. Trotzdem halten die Mitglieder des Hafenausschusses an der Ponton-Lösung fest.

Für Otto-Eberhard Schaefer (Kommunale Gemeinschaft) war es eine späte Genugtuung: Der neue Seiteneinstieg im Wyker Hafen wird auf einem Ponton montiert und so statt mit aufwändiger und störanfälliger Hydraulik einfach mit den Gezeiten auf- und abbewegt, so dass er sich automatisch dem jeweiligen Wasserstand anpasst. Schaefer war schon im Jahr 2009, als es um die Planung des ersten Seiteneinstiegs ging, ein Verfechter des Pontons. „Nicht machbar und zu teuer“, hatte es damals geheißen und die Wyker entschieden sich für die Hydraulik, die erst nach langer Zeit störungsfrei lief.

Nun also soll der Seiteneinstieg, der zwischen den Anlegern eins und zwei entstehen wird, auf einen Ponton montiert werden – allerdings gibt es bei dieser Lösung, so berichtete Hafenbetriebsleiter Ulrich Koch, als er jetzt den Hafenausschuss über Details und Planungsfortschritte des Projekts informierte, einen Wermutstropfen: Der neue Seiteneinstieg kann nicht komplett überdacht werden. Ein Dach wäre im zugigen Hafen einer so großen Windlast ausgesetzt, dass eine besonders stabile – und schwere – Dachkonstruktion nötig wäre, die ein normaler Schwimmponton nicht tragen könnte. Entweder müsse ein riesiger und entsprechend teurer Ponton her, oder die Fährpassagiere müssten auf den letzten Metern zum Schiff – auf dem beweglichen Teil des Seiteneinstiegs – ohne schützendes Dach auskommen. Der Wartebereich und der größte Teil des Aufgangs könnten aber überdacht werden, betonte Koch. „Ich hasse es, nass zu werden, aber damit muss man leben“, waren Dr. Silke Ofterdinger-Daegel und mit ihr auch die anderen Politiker bereit, diese Kröte zu schlucken, hat sie das Pontonkonzept doch ansonsten überzeugt.

Neben dem neuen Seiteneinstieg wird es – wie berichtet – auch eine neue Alte Mole geben, die ein ganzes Stück weiter in die Nordsee hinausragt, als ihre Vorgängerin. Soll an deren Ende, statt des von den Politikern bereits in einer früheren Sitzung gutgeheißenen Leuchtturms eine Aussichtsplattform entstehen? Das stellte Koch jetzt zur Diskussion, doch der Hafenausschuss entschied sich bei zwei Enthaltungen, es beim Leuchtturm zu belassen – beziehungsweise bei einer Leuchtturm-Attrappe. Denn ein offizielles Seezeichen ist an dieser Stelle nicht vorgesehen. Damit der Turm, in dem dann auch der Pegel untergebracht werden soll, abends trotzdem leuchtet, „werden wir da ein Molenfeuer reinstellen“, so Koch.

Ulrich Koch hatte noch Ende letzten Jahres geglaubt, dass die Bauarbeiten am Hafen bereits in diesem Frühjahr beginnen können. Doch daraus, so musste er jetzt einräumen, wird nichts. Zwar seien inzwischen Zuschussanträge für das 9,5-Millionen-Euro-Projekt auf den Weg gebracht worden, doch die Behörden-Mühlen mahlen langsam. „Immerhin haben wir jetzt bei der EU schon eine Nummer“, berichtete Koch, der inzwischen davon ausgeht, dass es wohl erst im Frühjahr 2017 richtig losgehen kann. Doch dass es für den Wyker Hafen Fördermittel geben wird, da ist Koch zuversichtlich. Lediglich die im Zuge des Bauprojektes ebenfalls vorgesehene Erneuerung der Mole im Sportboothafen werde wohl als Unterhaltungsmaßnahme und damit nicht förderugswürdig angesehen, so der Hafenbetriebs-Chef. Er empfahl, sie trotzdem im Zuge des großen Hafenumbaus in Angriff zu nehmen.

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erstellt am 12.Mär.2016 | 11:45 Uhr

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