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Umweltminister auf Föhr : Plastikmüll den Kampf angesagt

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Bingo-Lotterie finanziert die Entwicklung eines Projektes. Robert Habeck sagte bei seinem Besuch in Wyk dem BUND Unterstützung zu.

shz.de von
erstellt am 14.Aug.2015 | 12:30 Uhr

„Ich bin Minister für Plastikvermeidung im Meer und für noch einige andere Sachen mehr“. So stellte sich gestern Dr. Robert Habeck, schleswig-holsteinischer Umweltminister, bei einem Treffen in den Wyker Räumen des Föhrer „Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland“ (BUND) vor. Ein offizieller Anlass dieses Besuches war die Zusage der Umweltlotterie BINGO mit 10  000 Euro drei Monate lang die Entwicklungsphase des Projektes „Plastikfrei leben in Schleswig-Holstein“ zu fördern. Unter der Federführung des BUND soll dabei ein Leistungsverzeichnis für eine „Modellregion Nordfriesische Inseln und Halligen“ erstellt werden.

Habeck, für den die Verschmutzung der Meere und damit natürlich auch der Ost- und Nordsee ein Mega-Problem bedeutet, machte klar, dass die Bewilligung des Antrages, der ebenfalls an die Umweltlotterie gerichtet wird, eine Förderung von 160  000 Euro für zwei Jahre bedeuten würde. Dabei unterstrich der Minister die Notwendigkeit, den Projektantrag so konkret wie möglich zu formulieren, wozu er auch die Unterstützung seines Ministeriums zusagte. Wolle man gegen konkrete Vorhaben, wie zum Beispiel die Solarnutzung in einem Schwimmbad bestehen, gelte es, machbare Vorschläge vorzulegen, die dann später auch auf andere Regionen übertragen werden können.

Nun ist es nicht so, dass der Föhrer BUND bei seinen Bemühungen zur Abfallreduzierung bei Null anfängt. Vielmehr gibt es schon seit längerem die Kampagne „Plastikarme Inselumwelt“ und bei einem Symposium in Wyk hatten sich im November vergangenen Jahres Akteure auf dem Gebiet der Vermeidung von Kunststoffen vorgestellt. Diese Veranstaltung war die Initialzündung für ein Netzwerk in Schleswig-Holstein gewesen. Dessen Mitglieder waren gestern sehr zahlreich nach Föhr gereist, und Annemarie Lübcke, die Vorsitzende der BUND-Inselgruppe, konnte sich darüber freuen, dass sie auch eine Kooperationsvereinbarung unterschrieben. Darin bekräftigen sie, gemeinsam daran zu arbeiten, dass der Plastikkonsum vermieden wird.

Plastiktüten in ihrer unterschiedlichsten Form und Möglichkeiten, sie durch andere Behältnisse zu ersetzen, nahmen breiten Raum in der Diskussion ein. Dazu machte Robert Habeck aber auch deutlich, dass Initiativen, über Pfand oder Ähnliches den Einsatz zu reduzieren, durch EU-Vorgaben begrenzt sind. Die Vermeidung von Plastik ist, wie er weiter betonte, sein ganz besonderes Anliegen. So gebe es seit kurzem, worauf er stolz sei, auf der Homepage seines Ministerium unter „www.schleswig-holstein.de/DE/Schwerpunkte/MuellimMeer/MuellimMeer_node.html“ eine Auflistung und Bündelung konkreter Projekte.

„Plastikfrei ist Quatsch mit Soße“, erklärte im Laufe des Gesprächs die Wykerin Renate Sieck, die im Föhrer BUND schon lange für die Reduzierung von Kunststoff kämpft. „Dieses Ziel werden wir nie erreichen, weshalb wir für die Eindämmung dieses Materials kämpfen müssen“. Frederik Erdmann von der Wyker Dampfschiffs-Reederei unterstützte Siecks Aussage mit dem Hinweis, dass zur Zeit die Rettungsinseln der Schiffe ohne Verwendung von Plastik undenkbar seien. Amtsvorsteherin Heidi Braun brachte ein ganz spezielles Problem zur Sprache, nämlich den Einsatz von Plastik für die Beseitigung von Hundekot. Alleine in ihrer Gemeinde Wrixum würden jährlich rund 40  000 Plastiktüten zur Beseitigung der Hinterlassenschaft der Vierbeiner benötigt. Sie wäre sehr dankbar, wenn man dafür einen praktikablen Ersatz finden könne.

Über weitere Punkte des gestrigen Ministerbesuches werden wir noch berichten.

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