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Insel-Bote

12. Dezember 2017 | 11:55 Uhr

Wyk : Plastik-Abfall in der Nahrungskette

vom

Über die weitreichenden Folgen der Müllströme in den Ozeanen informiert derzeit eine Wanderausstellung im Robbenzentrum.

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2013 | 08:18 Uhr

Wyk | Im Robbenzentrum am Wyker Yachthafen wird derzeit eine Ausstellung zu einem Thema präsentiert, das zunehmend in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangt. "Müll im Meer geht uns alle an" lautet der Titel einer Wanderausstellung der Meeresschutzorganisation Project Blue Sea über den Plastikmüll in den Weltmeeren. Gemeinsam mit der Wildtierstation Hamburg hatte Sascha Regmann mit seinem Blue-Sea-Team mehrere Monate an dem Projekt gearbeitet. Nach ihrer Premiere in Kiel ist die Wanderausstellung nun als zweite Station auf Föhr zu sehen.

Bürgermeister Heinz Lorenzen, bereits einige Tage zuvor durch den Föhrer BUND und dessen Initiative für eine plastikarme Insel mit dem Thema konfrontiert (wir berichteten), eröffnete die Ausstellung. Gemeinsam mit Sascha Regmann durchschnitt er das Eröffnungsband und machte den Weg frei für eine erste informative Führung.

In eindruckvollen Bildern und Grafiken wird den Besuchern verdeutlicht, dass der Plastikmüll weltweit in den Großstäden entsteht und durch Flüsse und Seen seinen Weg in die Weltmeere findet. Dort kreisen mittlerweile mehr als 100 Millionen Tonnen des Polymer-Abfalls in fünf riesigen, durch Meeresströmungen entstandenen Müllstrudeln. Dabei sinken mehr als 70 Prozent des langlebigen Materials zu Boden, das Treibgut an der Wasseroberfläche ist also lediglich die Spitze des Eisbergs.

Anhand von Plastikmüll von verschiedenen Fundorten an den Küsten wird deutlich, dass längst auch das Wattenmeer betroffen ist. Interessant auch die unterschiedlichen Plastikpulver-Proben, die die Mehrzahl der Ausstellungsbesucher erstmals aus nächster Nähe betrachten konnte. Denn der Plastikmüll wird durch Wellenbewegungen und ultraviolettes Licht in drei bis fünf Milimeter große Pellets zerteilt, die von den Meerestieren mit Plankton verwechselt und aufgenommen werden. Mit der Folge, dass große Mengen des Plastiks Einzug in den Nahrungskreislauf halten.

Die Besucher zeigten sich beeindruckt von dem Gebotenen und die Gastgeber der Ausstellung, Janine Bahr und André van Gemmert vom Robbenzentrum, zufrieden mit der eindrucksvollen Aufbereitung des Themas. Die Ausstellung ist noch bis Ende September zu sehen.

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