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Was tun? : Plage auf Amrum: Im Haus, im Garten zu viele Ratten

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Mit einer Aufklärungskampagne hoffen die Bürgermeister der Insel, die Bevölkerung für das Problem zu sensibilisieren.

Amrum | „Wir werden auf Amrum sicher nicht mehr frei von Ratten sein, aber alle müssen Maßnahmen ergreifen und unterstützen, um die zunehmende Vermehrung der kleinen Nager zu unterbinden oder einzudämmen“, erklärt Norddorfs Bürgermeister Peter Koßmann. Auf Amrum geht die Angst vor Ratten um. Gemeindevertreter Heinrich Johannsen hatte kürzlich eine neue Diskussion um die ungeliebten Bewohner angestoßen. Er fordert eine inselweite Aufklärung sowie wirksame Maßnahmen gegen eine weitere Vermehrung.

Was viele Bürger nicht wissen: „Die frei verkäuflichen Tüten mit Rattengift gehören zur Klasse eins und taugen bestenfalls zum Anfüttern der Tiere“, gab Heinrich Johannsen zu bedenken. Hier müsse man sich eines Fachmannes bedienen, der professionelle Tipps geben und Gegenmaßnahmen nicht nur empfehlen, sondern im Anschluss dann auch durchführen könne.

Leider sei zu vermuten, dass sich so mancher Insulaner nicht im Klaren darüber sei, dass sich die Schädlinge auf der ganzen Insel ausgebreitet haben. „Ich hatte den Eindruck, dass es regelrecht Ahnungslose gibt, oder solche, die zumindest die Zunahme nicht in ihrem Dorf sehen wollen“, sagte Johannsen.

„Wir haben das Problem nicht mehr nur im Garten, sondern bei uns sind die Biester schon in die Hohlräume des Hauses eingezogen“, berichtete ein Norddorfer auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung. „Wir haben bereits einen Schädlingsbekämpfer engagiert. Aber solange auf vielen Grundstücken immer noch offene Komposthaufen stehen, kommen mir doch Zweifel über das Verantwortungsbewusstsein einiger Nachbarn“, beklagte der Betroffene.

Ob nun aus Unwissenheit, Sorglosigkeit oder aber berechnend – die Beweggründe, warum immer noch Grundstückseigentümer Speiseabfälle offen auf ihren Grundstücken kompostieren, können vielfältig sein. Eines haben sie dabei aber gemeinsam: Sie begünstigen die überaus ernst zu nehmende Ausbreitung der unliebsamen Ratten auf Amrum.

Anlass genug für die drei Bürgermeister der Insel, an alle Haus-, Wohnungs- und Grundstückseigentümer auf Amrum zu appellieren, den Rattenbefall dauerhaft ernst zu nehmen und diesem mit allen Mitteln entgegenzuwirken. Auch wenn die Laufzeit der alljährlichen Amtsverordnung zur Rattenbekämpfung in der Winterzeit am 30. März auslaufe, dürfe man nicht locker lassen, um die ungezügelte Ausbreitung der Tiere zu verhindern, waren sich die Bürgermeister einig. Hierbei setzen sie auf Aufklärung und streben einen kurzfristigen Termin für eine Informationsveranstaltung an.

Innerhalb eines Jahres entwickelt sich aus nur einem Paar eine Rotte von bis zu 800 Ratten. Wird dann noch ein reich gedeckter Tisch vorgehalten, erscheint der Glaube an einen wirksamen Einsatz von Bekämpfungsmitteln überaus naiv. Und Zweifel sind erlaubt, ob Komposthaufen durch das Aufstellen von Rattenfallen kompensiert werden können.

Gemäß der Allgemeinverfügung muss jedes Anzeichen von Rattenbefall auf allen Grundstücken der Inseln Amrum und Föhr der Ordnungsbehörde gemeldet werden. Nur so könne man den sich schnell vermehrenden Nagern Paroli bieten und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Der Appell der Amtsverwaltung lautet daher folgerichtig, dass ganzjährig Präventivmaßnahmen durchgeführt werden sollten.

Weitere Informationen gibt es hier.

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erstellt am 26.Feb.2015 | 13:00 Uhr

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