Föhr : Pflanzaktion für den Klimaschutz

Die 14 Kinder waren mit Feuereifer  dabei. Foto: oky
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Die 14 Kinder waren mit Feuereifer dabei. Foto: oky

Auch in diesem Jahr setzten die "Kleinen Konfirmanden" 500 Bäume im Insel-Forst

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16. Februar 2013, 08:57 Uhr

Föhr |
Im zweiten Jahr in Folge fand im Wyker Forst eine Baumpflanzaktion im Rahmen des weltweiten Schülerprojektes „Plant for the Planet – Baum für Baum die Erde retten“ statt. Die Initative, gegründet 2007 vom damals neunjährigen Schüler Felix Finkbeiner aus Starnberg und entstanden nach einem Referat über die Klimakrise, hat sich zum Ziel gesetzt, durch Baumpflanzaktionen einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und über dessen Gefahren aufzuklären. Die Vision, Kinder könnten in jedem Land der Erde eine Million Bäume pflanzen und auf diese Weise einen CO2-Ausgleich schaffen, hat sich mittlerweile zu einer weltweiten Bewegung entwickelt, der mehr als 100 000 Kinder in über 100 Ländern angehören. Inklusive einer demokratischen Struktur und einem Weltvorstand, der aus 14 Kindern aus acht Nationen besteht.
Wie bei der Premiere vor einem Jahr hatte Hanna Wichmann ihre Konfirmanden sowie Kinder und Jugendliche aufgerufen, sich zu beteiligen und so ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen. Bereits vor Weihnachten hatte ein Aufruf im Gemeindebrief den Boten bereitet, die nötigen Spenden in Höhe von 500 Euro zum Ankauf von Buchensetzlingen zu sammeln. „Wir haben eine große Anzahl von Kleinspenden erhalten, was zeigt, wie breit die Unterstützung in der Gemeinde für dieses so wichtige Projekt ist“, zeigte sich die Pastorin der Gemeinde St. Nicolai zufrieden.
Auch in diesem Jahr trafen sich die Teilnehmer auf dem Weg zur „Schietkuhle“ und wiederum hatte Friedrich Riewerts, Vorsitzender des insularen Forstbetriebsverbandes, für Vorbereitung und Durchführung großzügige Unterstützung zugesagt. Nieblums Bürgermeister begrüßte die 14 jungen Klimaaktivisten und mit Christfried Rolufs (Stellvertretender Vorsitzender), Michael Cornils (Geschäftsführer) und Ole Sieck (Förster) das Unterstützungsteam des Forstbetriebsverbandes.
Sieck hatte bereits einige Tage zuvor mit Kullergerät und Mulcher mehrere geeignete Flächen für die Pflanzung vorbereitet. „Der Großteil der Kosten bei Baumpflanzungen fällt nicht durch die Beschaffung der Setzlinge, sondern durch den Aufwand bei der Vorbereitung an“, erläuterte der Forstbetriebswirt und nannte zudem die Arbeit bei der Planzung selbst.
Nach einer kurzen Unterweisung in „Baumpflanzkunde“ ging es dann, ausgerüstet mit Spaten, Setzlingen und Wildschutzhüllen, mit Feuereifer an die Arbeit. Trotz des Bodenfrostes kamen die hochmotivierten Teilnehmer aufgrund der guten Flächenvorbereitung gut voran und bereits nach einer guten Stunde waren 250 der vier Jahre alten Buchensetzlinge gepflanzt. Die zweite Etappe fand dann auf der zweiten Pflanzungsfläche im Wald hinter dem Naturkindergarten statt.
Die Strategie zur Aufforstung der Wälder in Schleswig-Holstein sei es, erklärte Ole Sieck den wissbegierigen Zuhörern, bestehende Nadelwälder in Mischwälder umzuwandeln. Zwar würden Laubbäume langsamer wachsen als Nadelhölzer, „deren Blätter verwandeln sich im Gegensatz zu Nadeln jedoch innerhalb eines Jahres in Dünger und sind deshalb nützlicher für das Ökosystem Wald“. Zudem seien Nadelmonokulturen anfälliger für Baumkrankheiten, weshalb aktuell bei der Aufforstung hautpsächlich auf die Buche gesetzt werde.
Nach einer weiteren Stunde anstrengender körperlicher Arbeit waren die heimischen Gehölze schließlich gepflanzt und die Gruppe stärkte sich vor dem Forsthaus mit Erbsensuppe und belegten Broten. Hanna Wichmann wertete die zweite Auflage der Baumpflanzung dank des Einsatzes der Teilnehmer und Unterstützung des Insel-Forstbetriebsverbandes wiederum als vollen Erfolg. „Gerade in Zeiten medialer Überangebote für Kinder und Jugendliche ist eine Aktion, mit der in der realen Welt etwas bewegt wird, wichtig.“

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