Auf Föhr : Pfingstwagen werden streng kontrolliert

Die Fahrer müssen hohe Auflagen erfüllen.
Die Fahrer müssen hohe Auflagen erfüllen.

Ein alter Brauch steht auf der Kippe: Die Touren können nur bei Einhaltung aller Vorschriften weiterhin stattfinden.

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07. Juni 2014, 13:15 Uhr

Die Pfingstwagenfahrten sind ein alter Brauch auf Föhr. Früher fuhr die Inseljugend mit geschmückten Pferdefuhrwerken über Land. Pferdewagen sieht man heute nur noch selten, dafür beherrschen von Traktoren gezogene Anhänger das Bild, auf denen ganze Festgesellschaften es sich an Biertischen gut gehen lassen, singen und trinken.

Nicht nur Alkoholexzesse sorgten dafür, dass diese Ausfahrten zunehmend in die Kritik gerieten, auch die Verkehrssicherheit geriet in den Fokus. „Letztes Jahr stand die Veranstaltung ein bisschen auf der Kippe“, berichtet der stellvertretende Leiter der Wyker Polizeistation, Michael Lorenzen, dass das Innenministerium die Pfingstausfahrten äußerst kritisch sehe. Doch während solche Touren woanders inzwischen verboten seien, wolle man auf Föhr den Erhalt des alten friesischen Brauchtums unterstützen.

Allerdings müssten die Fahrer der Wagen alle Auflagen streng einhalten. „Die geben sich seit Jahren immer mehr Mühe“ lobt Michael Lorenzen, kündigt aber dennoch an, dass die Polizei an den Startplätzen präsent sein und Überprüfungen vornehmen wird. Die Wagen müssen nämlich so ausgerüstet werden, dass die Passagiere gefahrlos transportiert werden können und von einem Sachverständigen abgenommen werden. Außerdem ist der Fahrer verpflichtet, eine Versicherung abzuschließen. Und er sollte sich seine Mitreisenden genau aussuchen. Denn wenn alkoholisierte Fahrgäste Flaschen oder andere Gegenstände vom Wagen werfen oder selbst herunterfallen, haftet der Fahrer.

„Wenn doch etwas passiert, werden wir Fahrer und Wagen aufs Genaueste kontrollieren. Dann muss alles in Ordnung sein“, kündigt Lorenzen an. Im vergangenen habe es mit den Passagieren nur wenig Schwierigkeiten gegeben. „Ich hoffe dass das so bleibt“, so Michael Lorenzen. „Denn wenn die Pfingstausfahrten zu Vatertagstouren verkommen, ist es mit dem Brauchtumsschutz vorbei.“

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