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Missverständnis : Pferdebesitzer decken auf

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Für viele Touristen unverständlich: Auch bei warmen Temperaturen sind die Tiere auf der Koppel zum Schutz vor Fliegen oft gut eingepackt.

Nicht nur wenn die Temperatur unter den Gefrierpunkt sinkt, auch bei Sonnenschein und Wärme stehen Pferde mit Decke auf der Koppel und einige dazu noch mit verbundenen Augen. Das sorgt nicht selten für Vorurteile, mit denen Pferdebesitzer auf Amrum aufräumen möchten.

Denn natürlich hat es einen Grund, weshalb die Pferde auch bei warmen Temperaturen eine Decke tragen: Es sind Fliegenschutz- oder Exemdecken. Diese schützen das Pferd, gerade bei warmen und windstillen Wetterbedingungen, wenn morgens und abends die Mücken und Fliegen kommen. „Durch die Fliegenschutzmasken am Kopf können sie ohne Einschränkungen gucken, werden aber nicht permanent an den Augen genervt,“ erklärt eine Besitzerin von Islandpferden.

Diese Robust-Pferderasse steht das ganze Jahr über draußen und lebt mit den Wetterbedingungen. Eine natürliche Herdenhaltung im Freien, etwas, was sich viele auf dem Festland wünschen. Jedoch ist dies für einige Gäste fremd, so dass sie denken, eingreifen zu müssen. „Kürzlich ist jemand auf die Koppel gegangen und hat den Pferden einfach die Decken ausgezogen. Unfassbar, denn die Tiere brauchen ihre Exemdecken als Schutz. Abgesehen davon, dass sie die Pferde nicht kannten und einfach auf eine Koppel gehen, ich war entsetzt“, erklärt eine aufgebrachte Pferdebesitzerin.

Viele stellen eigens Doppelzäune auf, damit keiner erst so dicht an die Pferde herankommt, denn oft werden die Vierbeiner an die Zäune gelockt. Häufig sieht man Erwachsene mit Kindern, die Pferde füttern und streicheln. „Die sind ja so niedlich“, trällert ein kleines blondes Mädchen, als ihr Vater sie hochhebt, um besser über das Gatter hinweg gezupftes Gras füttern zu können.

„Bitte nicht füttern und nicht streicheln“, dieses Schild ist fast an jeder Koppel zu finden, wird jedoch einfach nicht beachtet. „Auf der Koppel fressen sie doch auch das Gras“, argumentiert der Vater. „Kolikgefahr, die durch solche Grasbüschel ausgelöst werden und im schlimmsten Fall sogar tödlich enden kann, darüber machen sich die Menschen einfach keine Gedanken. Die Folge sind Streitigkeiten. Einfach gedankenlos, dieses Zaunfüttern und -streicheln. Unsere Pferde werden bestens von uns versorgt und gepflegt, und wir möchten, dass dies akzeptiert wird“, bittet eine Reiterin, die gerade wieder eine Familie aufklärt, wieso sie die Pferde nicht füttern dürfen und weshalb sie bei Sonnenschein mit Decke auf dem Rücken und Binde um die Augen auf der Wiese stehen.

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erstellt am 25.Okt.2015 | 10:00 Uhr

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