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Insel-Bote

21. August 2017 | 10:40 Uhr

Petrus ist kein Jahrmarkt-Fan

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Gleich zwei verregnete Tage sorgen für merklich weniger Besucher auf dem Festgelände auf dem Wyker Heymanns-Parkplatz.

Jahrmarkt: Vier tolle Tage auf Föhr, Jubel und Trubel – welch eine Verheißung. Die in diesem Jahr allerdings im wahren Wortsinn ins Wasser zu fallen drohte. „Wenn es heute auch noch regnet, tut es finanziell weh“, hatte Schausteller-Sprecher Jörn Hansen noch gestern Vormittag angesichts der wenig vertrauenserweckenden Wolkenlage Einbußen bis zu 50 Prozent befürchtet. „Einen Tag Regen hatten wir immer in Wyk, aber drei Tage, das haben wir seit vielen Jahren nicht gehabt.“

Ganz so schlimm sollte es nicht kommen, gestern blieb es den ganzen Tag über trocken. Dennoch: Wer am Freitag oder Sonnabend über den zur Festwiese umfunktionierten Heymanns-Parkplatz schlenderte, traf auf merklich weniger Freunde und Bekannte, als in den vergangenen Jahren. Wofür ein Grund sicherlich die Herbstferien waren, das hatte Ralf Brodersen, Mitarbeiter beim Ordnungsamt und für die „Fünfte Jahreszeit“ zuständig, schon im Vorfeld geunkt. Anders als sonst, fiel der Jahrmarkt in die erste Woche der schulfreien Zeit und viele Insulaner waren verreist. Den Rest erledigte der Regen, „und wer hat dann schon Lust, Karussell zu fahren“, so Hansen. Der die Misere wie seine Kollegen sportlich betrachtete: „Wir müssen es nehmen wie es kommt, am Ende wird der Strich gemacht.“

Die Jahrmarktbesucher ließen sich ihre gute Stimmung ohnehin nicht vermiesen. Und wer nach den Besuchen an den Imbiss- und Süßigkeitenbuden und Getränkeständen eine Fahrt im „Jumper“ oder „Break Dancer“ übersteht, lässt sich den Spaß vom Regen kaum nehmen. Dazu kamen die leuchtenden Kinderaugen, wenn Papa am Schießstand den geliebten Plüsch-Teddy „abgeschossen“ hatte, oder das Gewinner-Gefühl, wenn Fortuna an den Losbuden geholfen hatte. Auf deren Unterstützung hofften auch die Besucher des Glücksrades der Rotarier, die wie in jedem Jahr den guten Zweck in den Vordergrund stellten. Allerdings mit einer Premiere, berichtete Rotarier Markus Becker, denn für den Föhrer Ortsverein der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) steht der Umstieg auf den Digitalfunk an. Knapp 10  000 Euro kommen an Kosten auf die Lebensretter zu und Hilfe wurde sowohl von den Lions als auch von den Rotariern zugesagt. Letztere mit dem Erlös des Glücksrades, Gelder, die in den vergangenen Jahren insbesondere dem Kampf gegen Polio zur Verfügung gestellt worden waren.

Die Lebensretter, die ihr Lager auch in diesem Jahr im Jugendzentrum aufgeschlagen hatten, werden nicht nur vom Jahrmarkt profitieren, es gab auch viel zu tun. Um 1 Uhr schließen die Fahrgeschäfte, um 2 Uhr endet der Sanitätsdienst. So die Planung, die insbesondere am Freitag keine Gültigkeit hatte, als erst um 4 Uhr morgens Feierabend war. Fünf mal habe man den Rettungswagen und mehrfach den Notarzt rufen müssen, so Nissen, „weil es junge Leute gab, die nach dem ‚Genuss‘ von Alkohol oder anderen Mitteln in einem teilweise sehr bedrohlichen Zustand waren“.

Pech hatte auch ein Jugendlicher, der an der „Boxstation“ offensichtlich seine Kräfte überschätzt hatte. Um seine „Power“ zu messen, schlug er dermaßen hart auf den Punchingball ein, dass er sich am Arm verletzte. Darüber hinaus blieben Verletzungen auch auf dem diesjährigen Jahrmarkt glücklicherweise Mangelware, berichtete Nissen: „Bis auf ein paar Rempeleien gab es keine Schlägereien.“

Nachdem gestern Abend das obligatorische Feuerwerk in den regenfreien Himmel gestiegen ist, klingt heute der Wyker Jahrmarkt mit dem traditionellen Familientag aus. Die Schausteller zieht es dann nach Heide, wo auf die meisten der letzte Jahrmarkt der Saison wartet, bevor die Zeit der Weihnachtsmärkte ansteht. Und für die Insulaner beginnt das gewohnte Warten. Gut 360 Tage haben sie nun Zeit, sich auf die „Fünfte Jahreszeit“ im Oktober 2016 zu freuen.

 

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erstellt am 19.Okt.2015 | 00:15 Uhr

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