In Alkersum : Paul an Emma snaake fering

Mit dem Sketch „Die Mumie“ zeigte Enken Tholund den Gästen eine Kostprobe aus ihrem Fering-Unterricht.
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Mit dem Sketch „Die Mumie“ zeigte Enken Tholund den Gästen eine Kostprobe aus ihrem Fering-Unterricht.

Vorstellung in der Ferring-Stiftung: Die beiden Hauptfiguren in einem neuen Bilderbuch sollen Lust auf das Föhrer Friesisch machen.

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29. Juni 2018, 12:30 Uhr

Paul und Emma heißen die beiden Hauptfiguren in einem neuen Bilderbuch, das dazu anregen soll, Fering zu lernen. In 20 reich bebilderten Alltagsszenen nähern sich die Kinder dem Föhrer Friesisch, das auf Föhr von rund 30 Prozent der Bevölkerung gesprochen wird. So heißt das Buch auch „Emma an Paul snaake fering“ und schließt damit eine Lücke im Lehrmittelangebot für Kindergärten und Grundschulen, so Professor Volkert Faltings von der Ferring-Stiftung, in deren Räumlichkeiten das neue Werk vorgestellt wurde.

Ganz neu ist es nicht, denn als Vorlage diente die plattdeutsche Fassung, die bereits 2015 erschienen war und sich gut bewährt hat. Inzwischen gibt es eine Version auf Frasch und auf Fering, für Öömrang, Dänisch und Sønderjysk laufen die Planungen, so Karen Nehlsen, die als Koordinatorin für Regional- und Minderheitensprachen in Schleswig-Holstein beim IQSH (Institut für Qualitätsenwicklung an Schulen Schleswig-Holstein) maßgeblich die Fäden in der Hand hat. Sie war es auch, die rund 40 Gäste eingeladen hatte, um das Gemeinschaftswerk der Öffentlichkeit vorzustellen und den Schulen und Kindergärten gleich ihre Exemplare zu überreichen. Dabei unterstrich sie die gute Zusammenarbeit mit dem Nordfriisk Instituut und Enken Tholund, die die Übersetzungsarbeit geleistet hatte.

„Enken, du bist ja das Fering-Netzwerk in Person“, stellte Nehlsen fest und hob das friesische Engagement hervor, das Enken Tholund in vielen Funktionen und Hobbys zeige.

„Wenn man friesische Bücher drucken lassen will, muss man das Geld mitnehmen“, brachte es Faltings auf den Punkt, und er sprach dabei aus 30-jähriger Erfahrung. Verleger Peer-Marten Scheller vom Quickborn-Verlag konnte dies nur bestätigen, dankte aber im selben Atemzug den großzügigen Sponsoren Professor Frederik Paulsen, dem IQSH, dem Lions-Club Föhr und der Föhr-Amrumer Bank, ohne die das Werk nicht hätte erscheinen können. Scheller, der ansonsten nur plattdeutsche Werke verlegt, zeigte sich beeindruckt von der aktiven friesischen Gemeinschaft und bedankte sich seinerseits für die gute Zusammenarbeit.

Mit drei friesischen Liedern und dem Sketch „Die Mumie“ zeigte Enken Tholund den Gästen eine Kostprobe aus ihrem Fering-Unterricht an der Grundschule Föhr-Land. Und auch wenn nicht alle den Text verstehen konnten, so erlebten sie doch, mit welchem Eifer und Spaß die Kinder zumeist in ihrer Muttersprache spielten. In Zukunft sind also Paul und Emma mit dabei, um neue Abenteuer mit ihren Altersgenossen zu erleben.

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