Standpunkt : Parteienmüdigkeit

Avatar_shz von
26. Mai 2008, 09:48 Uhr

Die Insulaner sind parteien-, aber nicht politikmüde - auf diesen gemeinsamen Nenner könnte man die Wahlergebnisse auf Föhr und Amrum bringen. Denn in der Stadt Wyk und in sämtlichenGemeindevertretungen machten die Wählergemeinschaften das Rennen. Sie verwiesen die "klassischen Parteien" da, wo diese überhaupt noch angetreten waren, auf die Plätze. Und die Wahlbeteiligung war gerade in den Orten, in denen die Parteien keine oder nur eine kleine Rolle spielten, am höchsten.

Sicher kann man die Wahlergebnisse von Wyk, Föhr-Land und Amrum nicht so ohne Weiteres vergleichen. So waren auf Föhr-Land nur noch in Nieblum Parteien angetreten, in allen anderen Föhrer Dörfern hatten die Bürger ohnehin nur die Wahl zwischen Kandidaten von teilweise sogar nur einer Wählergemeinschaft und Einzelbewerbern.

Doch auch da, wo es auf den Inseln Parteilisten gab, wurden ihre Vertreter von den Wählern auf die Plätze verwiesen. Offenbar trauen die Föhrer und Amrumer den Bürgerblocks und Wählergemeinschaften eher zu, die Probleme vor Ort zu lösen, als denen, die Programm und Apparat überregionaler Parteien im Hintergrund haben. Dieses Wählerverhalten traf gestern vor allem die "Großen", CDU und SPD.

Besonders deutlich wurde das in Wyk, wo die Kommunale Gemeinschaft von der zweitkleinsten zur stärksten Fraktion avancierte. Sicher hat bei diesem Sieg der "Bürgermeister-Bonus" von Heinz Lorenzen eine Rolle gespielt, genauso wie die SPD vermutlich einen Teil ihrer herben Verluste der Affäre um die Parteifinanzen zu verdanken hat und die CDU für ihre Attacken gegen den Bürgermeister abgestraft wurde.

Doch letztlich liegt auch der Sieg der Wyker KG voll im Inseltrend.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen