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Seiteneinstiege der Fähranleger : Pannenserie auf Amrum geht in die nächste Runde

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Fähranleger in Wittdün auf Amrum verliert einen Bolzen. Nun stehen Nachbesserungsarbeiten statt der geplanten Bauabnahme an.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2013 | 11:45 Uhr

Wittdün | Nachdem Monate lang eine Panne die andere gejagt hatte, waren die Seiteneinstiege in den Häfen von Dagebüll, Föhr und Amrum seit einem guten halben Jahr endlich störunsgfrei gelaufen. Doch die Pannenserie hat offenbar nur eine Verschnaufpause eingelegt. Für die Betreiber der Seiteneinstiege war es vorgestern jedenfalls ein schwarzer Montag. Gegen 5.30 Uhr loggte sich die Mannschaft des Fährschiffes „Schleswig-Holstein“ im Wittdüner Hafen in die Steuerung des Seiteneinstiegs am Anleger 2 ein. Nach der Nachtruhe musste für die erste Abfahrt das Fußgängerportal auf das Niveau des Passagierdecks abgesenkt werden. Doch dieser Vorgang endete, statt mit einer Bewegung der Brücke, mit einem ohrenbetäubenden Knall. „Es war ein schrecklich lautes Geräusch“, wusste ein Mitarbeiter der Reederei zu berichten.

Was war geschehen? Erste Untersuchungen des Betreibers der Wittdüner Anlage, der Versorgungsbetriebe Amrum, ergaben, dass die Bolzen, die das Portal in der Ruhestellung auf Position halten, beim Einloggen am Morgen nicht wie gewohnt herausgefahren sind. Das bedeutete, dass die Kraft der vier Hydraulikstempel gegen die Traverse, an denen diese hängen, gedrückt hat. Diese Traverse ist mit Sollbruchbolzen befestigt, die dann mit Getöse abgerissen sind, sodass die Traverse regelrecht hochgebogen wurde. „Wir hoffen, dass dabei keine Stahlteile verbogen wurden, sondern die verbleibenden Bolzen die Traverse in der derzeitigen Schieflage halten“, erklärte Henry Waidhas von den Versorgungsbetrieben. „Allerdings können erst entsprechende Untersuchungen durch den Hersteller des Portals letzte Sicherheit und Aufschluss geben“, betont er weiter.

Wie es der Zufall wollte, sollten gestern ohnehin Mitarbeiter des Lieferanten auf die Insel kommen. Denn nachdem die Seiteneinstiege seit einer letzten Überarbeitung des elektronischen Wegeleitsystems im März endlich störungsfrei funktionierten, sollte gestern die offizielle Abnahme erfolgen. Nun müssen die Mitarbeiter der Firma stattdessen wieder an der Konstruktion schrauben und nachbessern.

Und für die Verantwortlichen in den Häfen steht nun wieder die bange Frage im Raum, ob sich dieser Vorfall auch an den Portalen in Wyk und Dagebüll ereignen kann.

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