Kaum Wasser im Wyker Hafen: : „Ostwind drückt das Wasser raus“

Extremes Niedrigwasser: Die Fähren haben derzeit selten Wasser unter dem Kiel.
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Extremes Niedrigwasser: Die Fähren haben derzeit selten Wasser unter dem Kiel.

Fährfahrten derzeit ein Geduldsspiel. Besserung erst in der kommenden Woche.

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03. März 2018, 11:00 Uhr

Schnee war in den vergangenen Tagen für die Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) kein Thema. Dennoch sind Fahrten von und zum Festland derzeit ein Geduldsspiel, können Reederei-Verantwortliche und Passagiere von einem pünktlichen Fährverkehr nur träumen. Extremes Niedrigwasser sorgt für massive Verzögerungen, Fähren fahren früher, später oder fallen ganz aus.

Die Vorausberechnungen des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) machen wenig Hoffnung auf schnelle Besserung. Demnach wird sich die Situation bis Mitte nächster Woche nicht wesentlich ändern. Ganz so extrem wie in den vergangenen drei Tagen und auch noch heute sollen die Pegelstände allerdings nicht mehr sein. Geschuldet ist die Situation dem relativ starken Ostwind, der das Wasser rausdrückt, konstatiert Nick Obert, Dispositionsleiter bei der WDR. Dieser bildet mit dem derzeitigen Vollmond eine ungünstige Konstellation. Die Situation sei so extrem, dass selbst langjährige Kapitäne bei der WDR einräumen, derartige Pegelstände noch nicht erlebt zu haben.

Die Kunden reagieren mit Verständnis für die Situation. Die die Reederei mit angepassten Fahrplänen zu entschärfen versuche, so Obert. „In den Hochwasserzeiten haben wir alles in Gang, was schwimmt.“ Alle Fähren fahren dann; Zwischenfähren und kürzere Umlaufzeiten sollen zudem Entlastung bringen. „Teilweise sind wir sogar im Stundentakt unterwegs, von Föhr nach Dagebüll, löschen, laden, und nach einer Stunde direkt wieder los.“ Eine Schlagzahl, die theoretisch kaum zu realisieren sei. „Aber mit den Besatzungen war es doch möglich, da wurde gezaubert.“

Der Busbetrieb läuft auf den Inseln dagegen fahrplanmäßig, allerdings nahmen auf Föhr die ersten Fahrzeuge in den vergangenen drei Tagen erst ab 6.38 Uhr ihre Tour am Wyker Hafen auf. „Wenn nicht noch mehr Schnee kommt und es windstill bleibt, können wir fahren“, sagt Norbert Christiansen, stellvertretender Leiter des Busbetriebes der WDR. Von einer Beruhigung sprach auch Jörg Carstensen. Seit 2 Uhr morgens war die Straßenmeisterei unterwegs. Und gestern waren die Straßen weitestgehend frei. Anders als am Donnerstagabend, als es auf Föhr noch einmal kritisch wurde. Der Wind hatte zugelegt und erneut für gefährliche Schneeverwehungen gesorgt. In Oevenum landete ein Bus im Graben, der von der Straßenmeisterei aus dem Dilemma befreit wurde. „Verletzte hat es zum Glück nicht gegeben“, so Carstensen.

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