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traditions-veranstaltung : Orkanschäden und Abhör-Affäre

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Wenn die Sturmtiefs „Christian“ und „Xaver“ den meisten auch noch in ganz schlechter Erinnerung sind, so bescherten sie doch erste Preise bei der Nieblumer Prämienmaskerade. Dort wurden nicht nur Föhrer Ereignisse aufs Korn genommen.

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2014 | 08:00 Uhr

Wenn die Sturmtiefs „Christian“ und „Xaver“ den meisten auch noch in ganz schlechter Erinnerung sind, so bescherten sie doch erste Preise bei der Nieblumer Prämienmaskerade: „Bei den normalen steifen Brisen haben wir nix zu klagen, aber die Stürme gingen Deichen und Bäumen an den Kragen“, so das Motto der Sieger-Standmaske; die „Darsteller“ zeigten sich allesamt als wohl ausstaffierte Feuerwehrmänner mit zum Teil erheblicher „Schräglage“ angesichts des Orkans auf dem Deich, was jeden Besucher stutzen ließ: Wie hat er das hingekriegt?

Einen ersten und zweiten Preis wehten die Stürme auch zwei Laufmasken zu, die als wandelnde Sturmtiefs bereits heftig lädierte Bäume vor sich hertrieben, hin und wieder auch mal einen kurzen Schauer über die Besucher regnen ließen oder reichlich Feuerholz und viel Arbeit bescherten. In dieselbe Kerbe schlug eine weitere Laufmaske, die auf die ungebrochene Kraft und Stärke der Natur anspielte.

Starke Konkurrenz habe bereits bei den Aufbauarbeiten geherrscht, berichtete Feuerwehrhauptmann Hauke Brett mit einem Augenzwinkern bei der Preisverleihung, der dem unmittelbaren „Sturmtief-Nachbarn“ einen zweiten Preis überreichen konnte: „Egal, wer mit dir spricht oder schreibt, Obama weiß sofort Bescheid.“ Vom Babyfon am Laufgitter bis zum Computer der Kanzlerin – alle Abhörkabel vereinten sich an den großen Lauscherohren des amerikanischen Präsidenten und Kritik und Proteste, die es massenhaft hagelte, prallten am dicken Hintern eines Elefanten ab, der, während er die Menschenrechte unter seinen Füßen zertrat, nochmals freundlich mit seinem Hut, natürlich im „Stars and Stripes -Design“ grüßte. Damit der Datenübertrag auch in Zukunft reibungslos vonstatten geht, präsentierte sich die Firma Lünecom mit „Highspeed“ als superschnelle Laufmaske.

Gleichfalls darauf bedacht, nicht entlarvt zu werden, hatten sich diesjährig Hortensiendiebe im Garten ans Werk gemacht und Omas Vorgarten als Drogenlager auserkoren. Mit der Gartenschere zerteilt und gleich zur Tüte gedreht, lässt sich der Winter gut aushalten. Warum eigentlich so heimlich, mag sich der aufmerksame Besucher gefragt haben, präsentierte doch eine Laufmaske, dass es demnächst „das Zeug“ bereits in jedem Discounter gab.

An gleich zwei 50 jährige Jubiläen wurde nochmals erinnert: Der Silvesterklassiker „Dinner For One“ feierte im vergangenen Jahr zusammen mit den Föhrer Landfrauen diesen runden Geburtstag. In dem mit viel Liebe zum Detail originalgetreuen Bühnenbild wartete James auf die nächste Anweisung von Miss Sophie, nur brauchte er keine Angst zu haben, über den Tigerkopf stolpern zu müssen, denn auch für James galt – wie für alle anderen Standmasken – eine Stunde strengstes Bewegungsverbot.

„Die Föhrer Landfrauen – von früh bis spät- immer up to date.“ Während die eine im Chor sang und die andere Schafwolle „verhääkelte“ und ihr Allroundtalent in Form einer bunten Standmaske präsentierte, rief das rein weibliche Treiben die männliche Inselbevölkerung als Laufmaske auf den Plan, die frustriert konterte: „Wir häkeln, putzen, saugen fein, nun lasst uns in den Landfrauenverein“. Um auf diese unglaubliche Diskriminierung aufmerksam zu machen, wurden keine Kosten und Mühen gescheut, eine Unterschriftenaktion an Ort und Stelle ins Leben zu rufen, so dass sich zumindest der „Feer-Ladies-Chor“ demnächst über Verstärkung im Bass freuen darf…

Desorientierte Hochschwangere, geflügelt von ihren Hebammen, irrten verängstigt durch die Reihen, gleichermaßen den unmittelbar bevorstehenden Geburtstermin als auch die Schließung des Sylter Kreißsaals im Blick. Während die eine Laufmaske den letzten gebürtigen Sylter präsentierte, frohlockte die andere mit dem Slogan: „Auf Sylt müssen die Hebammen gehen, auf Föhr sind Geburten gerne gesehen“.

Auch wenn es schwierig ist, die „Geburtsstunde“ der traditionellen Prämienmaskerade zu eruieren – über die Zukunft muss sich Feuerwehrchef Brett offensichtlich kein Sorgen machen, denn sowohl die Anzahl der präsentierten Stand- und Laufmasken wie auch die der Besucher stimmten außerordentlich optimistisch. „Hier sind Menschen, die ich sonst das ganze Jahr nicht sehe“, freute sich Brett, der nach der Preisverleihung zu den Klängen des „Westcoast-Trios“, ausnahmslos von den Besuchern in den höchsten Tönen gelobt, zum „Schwof“ einlud, um die Traditionsveranstaltung, die als letzte ihrer Art noch am Start ist, gebührend zu feiern.

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