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unbändige naturgewalt : Orkan trifft die Inseln mit voller Wucht

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Katastrophenalarm, umgestürzte Bäume und abgedeckte Dächer: Die Schäden, die Sturmtief „Christian“ hinterlassen hat, sind immens. Gestern Nachmittag prallte der Sturm mit voller Wucht auf die Nordseeküste und hinterließ eine Schneise der Verwüstung.

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erstellt am 28.Okt.2013 | 16:06 Uhr

Katastrophenalarm, umgestürzte Bäume und abgedeckte Dächer: Die Schäden, die Orkantief „Christian“ hinterlassen hat, sind immens. Am Nachmittag prallte der Sturm mit voller Wucht auf die Nordseeküste und hinterließ eine Schneise der Verwüstung.

Mit Orkanböen bis zu 170 Stundenkilometer fegte „Christian“ mit sichtbaren Spuren über die Inseln hinweg. So mussten auf Föhr wie auf Amrum zahlreiche Straßen gesperrt werden, die durch umgestürzte Bäume unpassierbar waren. Bis in die Abendstunden versuchten die Wehren beider Inseln, die Verkehrswege freizuschneiden. Unzählig die Häuser, deren Dächer wegflogen, in Wittdün und Oevenum brachen Giebelwände weg als wären sie aus Papier und am Wyker Sandwall löste sich eine Fassade von ihrem angestammten Platz.

„Das erinnert mich an ‚Anatol‘, einen Sturm dieses Ausmaßes hatten wir lange nicht“, resümmierte Amtswehrführer Joachim Christiansen. Der mit den Einsatzkräften, wie alle Insulaner, mit intervallartigen Stromausfällen zu kämpfen hatte. Dazu kam das Problem, dass der Kontakt zur Leitstelle zusammenbrach. Alle Meldungen, die Föhr betrafen, liefen per Fax bei der Wyker Wehr ein, und man verständigte sich inselweit per Funk über das Zwei-Meter-Band.

Während die Schulen im Vorfeld reagieren konnten, die ihre Schüler mittags nach Hause schickten, musste man bei der der Wyker Dampfschiffs-Reederei abwarten. Noch am Vormittag hatte sich Reederei-Chef Axel Meynköhn optimistisch gezeigt, denn allen Vorhersagen zum Trotz zeigte sich das Wetter moderat. Am frühen Nachmittag aber änderte sich die Lage, um 13.30 Uhr erreichte die „Nordfriesland“ mit Ach und Krach den Hafen von Dagebüll und der Busbetrieb wurde ab 14.30 Uhr eingestellt.

„Nichts ging mehr“, konstatierte Erk Brauer, Leiter der WDR-Disposition. So kreuzte die „Uthlande“, die planmäßig um 12.40 Uhr Dagebüll verlassen hatte, rund drei Stunden vor Wyk. „Bei diesem Seegang konnten die Schiffe einfach nicht anlegen“, verwies Brauer darüber hinaus auf die „Schleswig-Holstein“. Die sollte eigentlich nach Amrum fahren, lief dann aber ebenfalls Wyk an. „So kamen wenigstens Fußgänger, die von Wyk nach Amrum wollten, ans Ziel“, so Brauer. Denn die „Schleswig-Holstein“ lief kurz darauf mit dem Ziel Amrum aus, wohin sie zwei Stunden später immer noch unterwegs war.

Am Abend hatte sich denn auch „Christian“ beruhigt. Gegen 19 Uhr machte ein WDR-Bus den Versuch, sich durch den teilweise noch beeinträchtigten Straßenverkehr zu schlängeln, und ab 21 Uhr verkehrten auch noch einmal die Fähren zwischen Dagebüll und den Inseln.

Während die Föhrer und Amrumer Einsatzkräfte über viele Stunden gefordert waren, hatten die Mitarbeiter des Hafenamtes nach Aussage Gerd Jakobsens wenig zu tun. Am Nachmittag war die Stöpe geschlossen worden und einige Autos wurden aus dem Hafenbereich abgeschleppt, denn der angekündigte Wasserstand sollte zwei Meter über Normal übersteigen. Zwei Stunden vor Hochwasser aber war der Pegel, so Jakobsen, bei einem Wasserstand von 1,50 Meter über Normal „fast gerade“ und man rechnete nicht mehr damit, dass sich die Vorhersage erfüllen würde.

Beschädigte Häuser, demolierte Autos und ein dezimierter Baumbestand auf beiden Inseln sind der erste Eindruck. Allerdings waren sich die Einsatzkräfte darüber einig, dass die wirklichen Schäden erst heute begutachtet werden können. Erleichterung aber herrschte auf Amrum wie auf Föhr: Menschen waren bis in die Abendstunden nicht zu Schaden gekommen.

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