Auf Föhr : Orientierung nach dem Abi

Erklärt Besuchern auch gern den Rosengarten: Saskia Lorenzen (r.).
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Erklärt Besuchern auch gern den Rosengarten: Saskia Lorenzen (r.).

Die Idee war nach einer WhatsApp-Nachricht entstanden: Saskia Lorenzen absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr im Friesenmuseum und beim Friisk-Funk.

shz.de von
06. Juli 2015, 20:30 Uhr

Die Idee war nach einer WhatsApp-Nachricht entstanden: Ob sie nicht Lust hätte, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu absolvieren, wurde Saskia Lorenzen gefragt, und nach kurzer Überlegung stand fest: sie wollte. Seit September 2014 ist sie nun schon dabei und unterstützt beim Friisk-Funk und im Carl-Haeberlin-Friesenmuseum. „Nach dem Abitur wollte ich nicht gleich mit dem Studium anfangen, sondern selbstständig und eigenständig arbeiten. Ich wollte eine Art Orientierungsjahr“, so ihre Begründung.

Im wöchentlichen Wechsel pendelt Saskia Lorenzen nun zwischen dem Friesenmuseum und dem Radiosender. Ihre Aufgaben sind hier sehr unterschiedlich. Im Museum ist sie vor allem mit der Archivierung beschäftigt, half aber auch bei der Planung des Adventsmarktes und unterstützt an der Kasse. Zudem bereitete sie im Rahmen der Kinder-Uni eine Museums-Führung vor, die auch einen praktischen Teil enthält.

Jutta Kollbaum-Weber, Leiterin des Friesenmuseums, ist mit der Arbeit ihrer Freiwilligen zufrieden: „Saskia Lorenzen hat hier teils sehr anspruchsvolle Aufgaben erledigt und uns in jeder Hinsicht viel geholfen. Und die von ihr entwickelte museumspädagogische Spielecke bringt auch den Kindern das Leben hier auf den Inseln nahe.“

Beim Friisk-Funk hat die so gelobte freitags von 9 bis 10 Uhr sogar eine eigene Sendung, die sie komplett selbst gestaltet. Außerdem unterstützt sie die Produktion von Beiträgen, das heißt, sie führt Interviews, schneidet Tondokumente in ein passendes Format und archiviert diese nach der Ausstrahlung. „Sie arbeitet hier quasi wie eine Vollzeitangestellte. Das ist eine enorme Erleichterung für uns, vor allem da wir jetzt ja täglich zwei statt einer Stunde Sendezeit haben“, lobt auch Heike Volkerts vom Friisk-Funk die Arbeit der freiwilligen Kraft. „Außerdem hat sie uns auf frische Ideen gebracht und unser Programm auch für Jugendthemen geöffnet.“

„Was ich sehr spannend finde, ist, dass ich jeden Tag neue Leute kennenlerne und neue Aufgaben bekomme. Das macht mir viel Spaß“, beschreibt Saskia Lorenzen selbst ihr Soziales Jahr. Sie möchte Grundschullehrerin werden und plant ab Herbst, Bildungswissenschaften zu studieren. Föhr wird sie dennoch immer verbunden bleiben. „Ich möchte auf jeden Fall mit meinen Kindern später Friesisch sprechen. Es ist eine Tradition, die ich gerne aufrechterhalten würde.“ Deshalb hat sie sich auch für ein Soziales Jahr auf der Insel entschieden. Sie möchte erreichen, dass auch die Jüngeren wieder mehr für Friesische Kultur sensibilisiert werden und diese weiter schützen.

Doch ein FSJ besteht nicht nur aus der Arbeit bei einer oder mehreren Einrichtungen. Vielmehr müssen auch Seminare besucht werden, in denen der Austausch mit anderen FSJlern erfolgt. Am Anfang hielt sich die Lust auf die vier Seminare, die belegt werden mussten, in Grenzen, gesteht Saskia, „aber ich war wirklich überrascht, wie interessant das war“.

Im August wird das FSJ von Saskia Lorenzen enden – nach elf Monaten im Friesenmuseum und beim Friisk-Funk. „Mit hat diese Zeit viele Vorteile gebracht. Ich habe viele Dinge gelernt, die ich später gut verwenden kann. Und es macht mir einfach Spaß, mit den Leuten arbeiten zu können.“ Ob es einen neuen FSJler für die Einrichtungen geben wird, ist noch nicht sicher. „Bis jetzt hat sich noch niemand beworben, aber wir hoffen, dass noch Interessierte kommen. Ein Friesisch-Sprachiger wäre für uns natürlich perfekt, ist aber nicht zwingend notwendig“, meint Heike Volkerts. Und auch Jutta Kollbaum-Weber wäre über einen neuen Freiwilligen froh: „Wir freuen uns über jeden Interessierten, so können auch wir von neuen Ideen inspiriert werden. Wichtig ist, dass man selbstständig und flexibel arbeiten kann.“

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