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Auf Amrum : Orientdüfte treffen Nordseebrise

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Gourmet-Festival in Norddorf: Nach elf Jahren stand erstmals wieder eine Frau am Herd.

shz.de von
erstellt am 15.Nov.2017 | 07:30 Uhr

Eine würzige Prise Orient vermischte sich mit der salzigen Nordseeluft auf Amrum. Urheberin war Jacqueline Amirfallah, die als Gastköchin im Rahmen des 31. Schleswig-Holstein Gourmet-Festivals im Hotel „Seeblick“ ein Fünf-Gänge-Menü aus regionalen Produkten in Verbindung mit orientalischen Gewürzen bot.

Seit Monaten liefen im „Seeblick“, das zum 21. Mal beim Gourmet-Festival mitmachte, die Vorbereitungen auf Hochtouren. Wie immer ging es in den letzten Wochen in die heiße Phase, und es hat wieder alles wunderbar geklappt. Dies zeichnet den Familienbetrieb Hesse besonders aus, denn jeder hat seinen Aufgabenbereich, es wird Hand in Hand gearbeitet. Hotel-Chefin Nicole Hesse ist zuständig für die Gesamtorganisation und Küchenchef Gunnar Hesse organisiert den Küchenbereich. Die gute Seele des Hauses, Seniorchefin Angelika Hesse, und ihre Enkelkinder Jannis und Jule halfen tatkräftig mit und unterstützten in Küche und im Service , um die Galaveranstaltung für alle zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen.

Nicole Hesse begrüßte die Gäste an den beiden ausgebuchten Festival-Abenden, und hieß Jaqueline Amirfallah willkommen. „Es ist schon elf Jahre her, dass wir beim Gourmet-Festival eine Gastköchin bei uns hatten, nun wurde es dafür wirklich wieder Zeit“, meinte sie.

Jaqueline Amirfallah lebt mit ihrem Mann in Göttingen. Geboren und aufgewachsen ist sie im Iran, ihre Mutter ist Deutsche und ihr Vater Iraner. 1980 ging es nach Deutschland, und Amirfallah absolvierte erst ein Soziologiestudium, bevor sie sich später zur Köchin ausbilden ließ und so ihre Leidenschaft zum Beruf machte. Heute betreibt sie mit ihrem Mann zwei Restaurants in Göttingen, wovon eines Ende dieses Monats nach 20 Jahren schließen wird. „Es wird Zeit, etwas mehr Balance in unser Leben hineinzubringen, und bei einer 70-Stunden Woche ist das nur schwer möglich“, so Amirfallah, die auch als langjährige ARD-Fernsehköchin bekannt ist.

Ihre Menükreation war eine Mischung aus deutscher und iranischer Küche. „Kochen verbindet, so vereinen sich mit meiner Art zu kochen zwei Welten und zwei Kontinente“, erklärte Amirfallah den Gästen.

Die Vorspeisen-Variation „Kaninchen, Blumenkohl, Zitrone und Koriander“ entfachte bereits das erste Aromenfeuerwerk. „Ich wäre nie auf die Idee gekommen, das in meiner heimischen Küche auszuprobieren“, so eine begeisterte Teilnehmerin, „und es schmeckt köstlich“. Auch dem Zwischengang, „Couscous mit Möhre und Langustinos“, lag ein Hauch von Orient mit einer leichten Schärfe inne, die sich langsam entfaltete. Das Fischgericht wurde serviert mit Püree von weißen Bohnen und Granatapfel. „Der Granatapfel ist die Frucht des Iran. Weitere Gewürze sind Fenchelsamen und Thymian“, erklärte Jaqueline Amirfallah.

Der Hauptgang, vom Reh geschmorte Schulter und rosa gebratener Rücken, waren angerichtet mit einem Pilav (orientalisches Reisgericht) mit Quitten und Linsen. Zum Dessert wurde ein Pistazienkuchen mit Joghurt und Orange gereicht.

„Eine Geschmacksexplosion“, „Vorzüglich“... um nur einige Kommentare der Gäste wiederzugeben. So zeigte sich auch Küchenchef Gunnar Hesse begeistert. „Wir haben unseren Horizont in der Küche im Bereich der Gewürzecke enorm erweitert“, sagte er. „Das Zusammenspiel der einzelnen Gewürze ist das, was nachher das ‚Runde‘ entstehen lässt. Im Vorfeld haben wir schon wirklich gut miteinander gearbeitet und vieles organisieren können. Jaqueline Amirfallah schickte uns die Rezepte zu und brachte die Gewürze mit, die wir hier nicht bekommen haben“, so Hesse weiter. „Es war eine tolle Kommunikation und dadurch war alles sehr entspannt.“

Aber was wäre ein Gourmet-Festival, wenn es die vielen Menschen nicht geben würde, die es erst zu einem unvergesslichen Abend werden lassen? Jaqueline Amirfallah bedankte sich für die tolle Zusammenarbeit mit dem Seeblick-Team und die „super-nette Stimmung“ in der Küche. „Alles war sehr entspannt und super organisiert, eine schöne runde Sache. Ich komme bestimmt wieder“, versprach die Gastköchin.

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