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auf föhr : Ordnungsamt braucht Verstärkung

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Aufgaben nehmen zu und Leiter Jörg Michelsen beklagt die Überlastung seiner Mitarbeiter. Die Überwachung des ruhenden Verkehrs kann nicht gewährleistet werden.

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erstellt am 09.Apr.2015 | 09:00 Uhr

Ob in Oevenum, wo die Verkehrssituation seit vielen Jahren zu Zeiten des Dorfmarktes katastrophal ist, in Utersum, Nieblum oder Wyk: Das Falschparken ist ein Föhrer Dauerproblem, mit dem das Ordnungsamt ganzjährig beschäftigt ist. Dabei ist die Überwachung des ruhenden Verkehrs keine originäre Aufgabe der Ordnungsbehörde, wie deren Leiter Jörg Michelsen betont. Vielmehr habe man diese nach dem Direktionsrecht vom Kreis Nordfriesland übernommen. An den, bis auf einen kleinen Anteil von gut einem Euro, die Knöllchen-Gelder fließen, so Michelsen, weshalb sich die Maßnahme nicht rechne. „Trotzdem für uns eine sehr wichtige Aufgabe, da der ruhende Verkehr in Wyk und auf Föhr-Land in geordnete Bahnen gelenkt werden muss.“ Denn die Autofahrer würden sehr schnell merken, wenn einige Tage nicht kontrolliert werde.

Und dies ist derzeit häufig der Fall. Ein Mitarbeiter ist in Wyk unterwegs, der Hundehalter und Radfahrer im Blick haben muss, zudem am Strand unterwegs ist und das Stadtgebiet allein nicht abdecken kann. Regelmäßig landen Beschwerden von Bürgern beim Ordnungsamt, das bereits jetzt seine eigentlichen Aufgaben durch eine schleichende Aufgabenzunahme, nicht zuletzt durch die Flüchtlings-Thematik, kaum wahrnehmen könne, klagt Michelsen. Sein Fazit: Es fehlt ein zweiter Mann, ein Allrounder, dessen Schwerpunkt der ruhende Verkehr sein sollte. Die Verstärkung könnte, so die Idee des Amtes, inselweit eingesetzt werden, wäre primär auf Föhr-Land und unterstützend auch im Stadtbereich tätig.

Im Haupt- und Finanzausschuss des Amtes Föhr-Amrum allerdings war der Vorschlag mit Zurückhaltung aufgenommen worden. Grundsätzlich kein Problem mit dem Vorhaben hat Utersums Bürgermeister Joachim Lorenzen. Der aber noch Gesprächsbedarf sieht, denn „es geht um die Schaffung einer zusätzlichen Planstelle, die irgendwo verankert werden muss“. Lorenzen ist damit auf der Seite des Nebeler Bürgermeisters Bernd Dell-Missier, der angeregt hatte, vor weiteren Diskussionen den Umfang und die Kosten der Stelle zu ermitteln. Möglich wäre zudem ein Zeitvertrag oder eine Anstellung auf 400-Euro-Basis. Überlegungen, denen sich auch Oevenums Bürgermeisterin Gisela Riemann und Nieblums Dorfoberhaupt Friedrich Riewerts anschlossen. Auch für sie ist das Thema noch nicht vom Tisch, doch die Gemeinden müssten wissen, welche Ausgaben auf sie zukämen.

Kein guter Tag für Jörg Michelsen, der in einem Pressegespräch sein Erstaunen über die Zurückhaltung der Föhrer Bürgermeister äußerte. Denn die Probleme gebe es nicht nur im Stadtbereich, sondern gerade auch in den Landgemeinden. In den teils engen Straßen kann ein einzelner Falschparker die Ursache dafür sein, dass Linienbusse oder die Wagen der Müllabfuhr nicht um die Kurven kommen. Eine Situation, von der im Ernstfall auch die Feuerwehren und andere Einsatzkräfte betroffen sein könnten. „Wenn ich dann versuche, die Zustände zu entschärfen, dann wundert es mich doch, wenn von den betroffenen Gemeinden keine Unterstützung erfolgt.“

Von der vorgeschlagenen Vollzeitstelle abzuweichen, ist aus Sicht Michelsens kaum zielführend. Schließlich sei die Überwachung des ruhenden Verkehrs nicht nur ein saisonales Problem. Die Beschilderung allein reiche nicht aus. Werde die nicht dauerhaft überwacht, werde sich kaum etwas ändern. Ob und wann aber aus dem Vorschlag des Ordnungsamtsleiters Realität wird, bleibt abzuwarten. Der Ausschuss sprach sich einstimmig dafür aus, zuvor die Kosten zu ermitteln.

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