Tag der Seenotretter : Open Ship im Amrumer Hafen

An Bord des Spezialschiffs stand die Besatzung geduldig Rede und Antwort.
An Bord des Spezialschiffs stand die Besatzung geduldig Rede und Antwort.

Buntes Programm: Besichtigung der „Ernst-Meier Hedde“ erfordert Geduld. Lange Schlange vor dem Liegeplatz.

shz.de von
30. Juli 2018, 14:30 Uhr

Auch im 153. Jahr ihres Bestehens stellte die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Tag der Seenotretter ihre Arbeit der Öffentlichkeit vor. Auf zahlreichen Stationen an Nord- und Ostsee konnten sich die Organisatoren über einen großen Zulauf freuen.

Auf Amrum spielte sich auch in diesem Jahr das Geschehen im Seezeichenhafen auf dem Gelände des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes rund um den Liegeplatz des Seenotrettungskreuzers ab. Wie in jedem Jahr mussten sich Interessierte aufgrund des Andrangs geduldig in die Warteschlange einreihen, um die Besichtigungsmöglichkeit der hier stationierten Rettungseinheit wahrzunehmen. Der 2015 in Dienst gestellte Seenotrettungskreuzer „Ernst Meier-Hedde“ ist das Typschiff der neu entwickelten 28-Meter-Klasse. Auf dem Spezialschiff beantworteten die hauptamtlichen und freiwilligen Rettungsmänner die Fragen der großen und kleinen Besucher ausgiebig.

Der zweite Vormann Manfred Pahlke stand auf der Brücke Rede und Antwort und versäumte es nicht, eine aus Mainz stammende Familie auf die Eigenarten der Gezeiten aufmerksam zu machen. „Das Wasser läuft mit einem Zentimeter pro Minute auf und kann dann schnell den Rückweg aus dem Watt abschneiden“, verdeutlichte er und ermahnte, nur mit geschulten Führern eine Wattwanderung zwischen den Insel zu wagen. Es wäre nicht der erste Einsatz der Retter, um in Not befindliche Wattwanderer aus ihrer misslichen Lage zu befreien.

„Wir laufen im Einsatzfall dank der stets auf 45 Grad vorgeheizten Motoren binnen sechs bis sieben Minuten aus dem Hafen aus und können volle Fahrt aufnehmen“, sagt der zweite Vormann. „Es sei denn, wir müssen Hilfe bei einem medizinischen Notfall auf See leisten. Dann warten wir das Eintreffen eines der auf Amrum arbeitenden Notärzte ab, um die größtmögliche medizinische Hilfe leisten zu können“, so Manfred Pahlke.

Mit Hilfle der ehrenamtlichen Unterstützer der Gesellschaft und der freiwilligen Rettungsmänner der Station Amrum und Hörnum auf Sylt und der Partnerinnen der Besatzung wurde den Besuchern ein buntes Programm aus Information, Open Ship, Kinderspielen und Unterhaltung geboten. Zwischendurch konnte man sich zudem mit Kaffee und kalten Getränken, Crêpes, Fischbrötchen und Bratwurst stärken. Und auch das Wetter meinte es gestern nach der Gewitterfront gut und ließ die Sonne wieder scheinen.

Da sich die DGzRS ausschließlich durch Spenden finanziert, steht neben der originären Aufgabe der Menschenrettung auf See auch die stetige Einwerbung von Spendern und fördernden Mitgliedern im Interesse der Organisation. Die erneut gut angenommene Außendarstellung im Wittdüner Seezeichenhafen ist dabei ein wichtiger Baustein der Philosophie der Gesellschaft.

Die auf dem Fest eingeworbenen Förderer wurden mit einer Ausfahrt mit dem Rettungsboot „Horst Heiner Kneten“, belohnt. Die sechs freiwilligen Rettungsmänner der Hörnumer Rettungsstation waren mit Vormann Michael Petersen zur Unterstützung der Veranstaltung nach Amrum gekommen.

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