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360 Pferdestärken im Wald : Ohrenbetäubend und wirkungsvoll

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Mit einer Forstfräse wurde die landwirtschaftliche Fläche hinter dem Flugplatz für Spaziergänger erschlossen. Zudem entstanden sogenannte Rückegassen, die für die Bewirtschaftung des Waldes nötig sind.

„Zuerst beschwerten sich viele wegen des Lärms, doch dann kamen sie immer wieder zurück, um zuzuschauen.“ So fasst Förster Ole Sieck seine in jüngster Zeit gemachten Beobachtungen zusammen. Wobei es sich bei dem Objekt des Interesses um eine Forstfräse handelte, die sich mit einem riesigen, mit 360 Pferdestärken bestückten Schlepper durch den Wald bei der Schietkuhle arbeitete. Fasziniert vom wirkungsvollen Einsatz dieses Gerätes war auch Friedrich Riewerts, Nieblumer Bürgermeister und Vorsitzender des Forstbetriebsverbandes, der ebenfalls zu einer Stippvisite in den Wald gekommen war.

Ziel des Einsatzes der Fräse war die Erschließung der vor etwa 30 Jahren aufgeforsteten landwirtschaftlichen Fläche hinter dem Flugplatz. Dabei entstehen Wege für die Öffentlichkeit sowie daneben sogenannte Rückegassen, die, im Abstand von 25 Metern angelegt, für die Bewirtschaftung des Waldes nötig sind. Wie Ole Sieck berichtet, sind bereits vor zwei Jahren einige Doppelreihen Fichten gefällt worden, um die Schneisen anzulegen. Dabei blieb das kleinere Gehölz liegen, um Insekten und anderem Getier als Versteck zu dienen und sich auch wieder zu zersetzen.

Und nun kam die Forstfräse zum Einsatz. Mit einigem Getöse arbeitete sie sich durch diese Schneisen und wo zuvor noch Gestrüpp, Reisig und Grünzeug den Boden bedeckten, kamen zwar noch etwas hügelige, aber unkrautfreie Wege zum Vorschein. Wie Ole Sieck informiert, wird der Waldboden durch den Einsatz des landwirtschaftlichen Boliden kaum in Mitleidenschaft gezogen. „Die Maschine erreicht beim Fräsen gerade einmal eine Tiefe von fünf Zentimetern, womit die Wurzeln der umstehenden Bäume nicht beeinträchtigt werden.“ Gewächse, die den nun entstandenen Freiraum nutzen können und Lücken schließen werden.

Dieses Spezialgerät, das von einer Firma aus der Nähe von Neumünster nach Föhr gebracht wurde, arbeitet, wovon sich Riewerts und Sieck überzeugen konnten, sehr rasch und effektiv und macht zahllose Arbeitsstunden von Forstarbeitern überflüssig. Eingesetzt wurde die Fräse während ihres Aufenthaltes auch in der Toftumer Heide, wo Wege erweitert werden mussten.

Der Verbandsvorsitzende Friedrich Riewerts freut sich, dass auf Föhr inzwischen 190 Hektar Wald zu finden sind. „Damit haben wir Amrum überholt.“ Die Aufforstungen in den vergangenen Jahrzehnten geschahen hauptsächlich zum Schutz des Föhrer Grundwassers. In den Zeiten, als der hohe Nitratgehalt des Grundwassers Sorgen bereitete, war es auch das besondere Anliegen des Wasserbeschaffungsverbandes, intensiv bewirtschaftete Flächen im Bereich des Wassereinzugsbereiches aus der Nutzung zu nehmen. Der willkommene Nebeneffekt dieser Aufforstung ist, dass Insulaner und Urlauber ausgedehnte Spaziergänge im Wald genießen können. „Es gibt inzwischen ein über 15 Kilometer langes Wegenetz für Fußgänger und separat auch eines für Reiter“, berichtet Ole Sieck stolz.

Im Übrigen kündigt der Förster an, dass das Einbringen von Bruchholz für Privatleute nun wieder beginnen wird. Wer Interesse daran hat, sich für den Winter mit Brennholz zu versorgen, kann sich bei Ole Sieck in der Forsthütte melden.

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erstellt am 12.Okt.2013 | 08:00 Uhr

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