Feuerwehren auf Föhr : „Nur wenige Familien sind nicht vertreten“

Der dreifache Familienvater kam mit sechs Jahren zu den Brandschützern.
1 von 2
Der dreifache Familienvater kam mit sechs Jahren zu den Brandschützern.

Volker Oelke ist seit 2017 Wehrführer in Süderende. In dem 200-Einwohner-Dorf sind die Blaujacken mit 36 Aktiven gut aufgestellt.

von
09. März 2018, 08:30 Uhr

Stell dir vor es brennt, und keiner kommt. Die Freiwilligen Feuerwehren kämpfen vielerorts mit Nachwuchsproblemen. Föhr bildet keine Ausnahme. Die Inselwehren wollen jetzt mit einer großen Werbeaktion unter dem Motto „Wir brauchen Dich“ gegensteuern. Wir stellen in den kommenden Monaten einige Brandschützer vor.

Mitglied bei den Brandschützern werden? Diese Frage hat sich für Volker Oelke nie gestellt. Vater und Großvater waren in der Truppe, erinnert er: „Eigentlich waren oder sind alle Männer aus unserer Familie in der Feuerwehr.“ Die Gründe, zu den Blaujacken zu gehören, liegen für den dreifachen Familienvater auf der Hand. „Jeder kann jederzeit Hilfe brauchen, und diese dann leisten zu können, ist ein gutes Gefühl.“ Insbesondere auf einer Insel, wo man auf sich allein gestellt sei. Dazu komme die Kameradschaft. Man kommt mit den meisten aus dem Dorf zusammen, trifft sich nach den Übungsabenden in geselliger Runde und an jedem Sonnabend vor Ostern wird ein großes Osterfeuer für die Dorfbewohner und deren Freunde entfacht.

Sechs Jahre war Oelke alt, als er in die Jugendwehr eintrat. Bei den Utersumer Kameraden, denn der heutige Süderender Wehrführer wuchs in Dunsum auf. Es folgte der klassische Weg: Mit 14 wurde die Leistungsspange, die höchste Auszeichnung für den Nachwuchs, erworben. Mit 18 folgten der Übertritt zu den Aktiven und die Ausbildungen Truppmann und Truppführer. In den Jahren darauf absolvierte er Ausbildungen zum Maschinisten und Funker – Letzterer ist Voraussetzung, um Atemschutzgeräteträger zu werden. 2009 dann der Wechsel von Utersum nach Süderende, wo die Familie 2010 ihr heutiges Heim baute.

Hier wurde Volker Oelke 2012 zum Gruppenführer und 2014 zum stellvertretenden Wehrführer gewählt. Schließlich absolvierte er die erforderlichen Lehrgänge in Harrislee, um eine Feuerwehr leiten zu können. In der Jahresversammlung 2017 wurde der gelernte Tischler zum Wehrführer gewählt. Nicht ganz unvorbereitet, denn er war zuvor nach seiner Bereitschaft gefragt worden. „Mir war es eigentlich zu früh, nach nur drei Jahren als Stellvertreter, ich wäre gern noch ein bisschen reingewachsen. Doch der damalige Wehrführer Derek Petersen stellte sich nicht mehr zur Wahl, und so kam ich ins Spiel.“

36 Aktive zählt die Wehr aktuell. Ein guter Schnitt für ein Dorf mit rund 200 Einwohnern. „Nur wenige Familien sind bei uns nicht vertreten“, sagt Oelke. Auf den ersten Blick ist man also gut aufgestellt. Der Haken: Viele der Aktiven werden aus Altersgründen in absehbarer Zeit nicht mehr dabei sein. Ein Problem, denn der Nachwuchs wird aus der Jugendwehr generiert. Hier sind die Süderender mit Oldsum gemeinsam am Start, mit immerhin 23 Mitgliedern. Allerdings: Nur gut eine Hand voll kommt aus Süderende und wird hier zu den Aktiven wechseln. Da sei es gut, dass in Süderende noch traditionell vorgegangen wird, sagt der Wehrführer: „Es wird nicht lange gefragt – mit sechs geht’s in die Jugendwehr.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen