Bankenkrise : "Nur die Spitze des Eisbergs"

Volker Müller ist sich sicher: Heben jetzt alle ihr Geld ab, bricht das System zusammen. Fotos: djs
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Volker Müller ist sich sicher: Heben jetzt alle ihr Geld ab, bricht das System zusammen. Fotos: djs

Ist unser Geld auf der Bank noch sicher, oder müssen wir es künftig im Sparstrumpf aufbewahren? Mit dieser Frage konfrontierte unser Redaktionsmitglied Dirk Jenßen fünf Insulaner.

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08. Oktober 2008, 07:13 Uhr

Föhr | Die Kurse an den Börsen fallen und fallen. Regierung und Bankenvertreter werden nicht müde, die zu Recht besorgten Sparer zu besänftigen und um Vertrauen zu werben. Rettungspakete und Krisengipfel sollen die Finanzmärkte beruhigen.
Doch wie sieht es auf Föhr mit dem Vertrauen in die Banken aus? Glauben die Insulaner, dass ihr Geld bei der Bank noch sicher ist oder wollen sie es in Zukunft "unter der Matratze" aufbewahren?

"Man ist verunsichert", bekennt Anke Sonnenberg. Die 36-jährige Verkäuferin aus Midlum hat sich allerdings noch nicht entschieden, ob sie ihr Geld abhebt, denn "bis vorgestern habe ich Frau Merkel noch geglaubt".
Informationen gibts nur häppchenweise

Noch drastischer formuliert Gabriele Seebeck ihre Ängste: "Das, was bis jetzt durchgesickert ist, stellt nur die Spitze des Eisbergs dar." Und auch die geschnürten Rettungspakete sprechen nach Meinung der Krankenschwester dafür, dass "alles viel schlimmer ist, als bekannt". Zudem bemängelt die in Wyk wohnende 52-Jährige, dass "einen die Informationen nur stückchenweise erreichen".
Als "schwierig" empfindet auch der Wyker Hans-Ulrich Klein die derzeitige Lage. "Es mangelt an Vertrauen und man glaubt den Politikern nicht", so der 62-jährige LKW-Fahrer, der sein Vermögen fest angelegt hat und daran auch (noch) nichts ändern wird.
"Wenn alle ihr Geld abheben, bricht das System zusammen"

Für Volker Müller (62) "geben zwar alle Staaten Garantien", allein - ihm fehlt der Glaube daran. Der Borgsumer arbeitet für die Föhr Tourismus GmbH und ist überzeugt, dass in dem Moment, "wo alle Sparer ihr Geld abheben, das Finanzsystem zusammenbricht".

Mit einem ganz klaren "Ja" beantwortet dagegen der Wyker Einzelhändler Günther Jensen die Frage, ob sein Geld auf der Bank noch sicher sei. Der 66-Jährige setzt darauf, dass die Bundeskanzlerin und das Bundesfinanzministerium erfolgreich dafür einstünden, dass das öffentlich-rechtliche Bankensystem nicht zuletzt aus Eigensicherung stabil gehalten werde.

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